Abbildung der Woche: 5014
Von tödlicher Schwiegermutter bis zu Nazis an der Macht an allen möglichen Orten hat das EuvsDisinfo-Team seit November 2015 mehr als 5000 Desinformationsfälle gesammelt.
Aber was steckt hinter diesen Fällen? Über welche Kanäle werden Desinformationsnarrative verbreitet? Und vielleicht am wichtigsten: Wie sieht die Welt aus der Perspektive des russischen staatlichen Fernsehens aus?
Um diese Fragen zu beantworten, ist ein Bericht mit dem Titel „Wie russische Medien Feindseligkeit gegenüber dem Westen schüren“, veröffentlicht vom The Black Sea Trust for Regional Cooperation (ein GMF-Projekt) und der Hybrid Warfare Analytical Group des Ukraine Crisis Media Center, hilfreich. Der Bericht stellt fest, dass Fernsehen in Russland das beliebteste Medium ist und ein durchschnittlicher erwachsener Russe es 4,5 Stunden am Tag schaut. Die beliebtesten Fernsehsender sind Channel One, Russia 1 und NTV, mit einer wöchentlichen Gesamtreichweite von 76 % der erwachsenen Russen.
Pervyi Kanal ist in unserer über 5000 Einträge starken Datenbank mit 440 Fällen vertreten, und viele davon stammen aus der guten alten Sendung „Vremya Pokazhet“, die sich regelmäßig darin ergeht, die Ukraine zu bashen – und manchmal sogar die Gäste der Sendung.Die neueste Desinformation aus dieser Sendung, die wir in unserer Datenbank haben, handelte davon, dass der Westen Poroschenko erneut an die Macht dränge und er einen militärischen Zusammenstoß mit Russland nutze, um die Wahl zu verschieben.
Auf dem zweiten Platz steht Rossija 1 mit 295 Fällen in der Datenbank. Die Talkshows „60 Minut“ und „Vecher s Vladimirom Solovyovym“ können mit Fällen wie Das Ergebnis der ukrainischen Wahl wird in Washington entschieden, Polen ist bereit, die Unabhängigkeit des Donbas anzuerkennen, um die Ukraine zu zerstören oder Julia Skripal wurde vergewaltigt und ist schwanger. Ein schönes Beispiel von „60 Minut“ kann hier angesehen werden:
Der dritte Platz gehört NTV mit 129 Fällen. Die prominenteste Sendung war „Mesto vstrechi“ mit Fällen wie Die politische Elite der EU befolgt bei der Verhängung von Sanktionen gegen Russland die Anweisungen aus den USA oder Die EU führt einen hybriden Krieg gegen Moskau.
Was ist also das Fazit? 2017 schrieb EUvsDisinfo einen Artikel, in dem es hieß, dass das russische Fernsehen nicht von Russland handelt. Und basierend auf dem Eindruck, den man aus den oben genannten Narrativen gewinnen könnte, hat sich nichts geändert.