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Alternative EU

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Eine Union, die zugleich expansionistisch, interventionistisch und aggressiv ist; und zugleich schwach, zerfallend und zum Scheitern verurteilt. So ist das Bild der Europäischen Union in der Welt der kremlfreundlichen Medien, wie in einer jüngsten Studie des Wilfried Martens Centre beschrieben.

Die Autorin Kristina Potapova erklärt, dass kremlfreundliche Desinformation bei Russinnen und Russen ein Gefühl der Überlegenheit erzeugt, was wiederum von innenpolitischen Problemen ablenkt. Narrative werden nicht nur in „Nachrichten“-Sendungen vervielfältigt, sondern auch in Filmen, TV-Serien und anderen Unterhaltungssendungen. Diese ständige Wiederholung verstärkt die Wirkung der Botschaften.

„Das Monopol des Kremls über den Informationsraum in Russland macht eines deutlich: Die Regeln kommen von oben und geben vor, was auf föderalen Kanälen gesagt werden darf und was nicht. TV-Nachrichten, TV-Shows und sogar russische Filme fördern Passivität bei den Zuschauern, indem sie ihnen zeigen, dass die Welt ein sehr gefährlicher Ort ist und dass es besser ist, die eigene Komfortzone nicht zu verlassen. Das führt dazu, dass Menschen sich der Realität im Westen nicht bewusst sind, und lässt Einzelne auch glauben, dass sie ihr eigenes Leben nicht beeinflussen können“, schreibt Potapova.

Die Autorin argumentiert, dass „die antiwestliche Propaganda seit den russischen Protesten 2011–12 dramatisch zugenommen hat“, und bezieht sich dabei auf eine Welle von Demonstrationen gegen die Ergebnisse der Parlamentswahlen 2011.Sie identifiziert drei zentrale Mythen, die pro-kremlische Desinformation über die EU verbreitet:

  • Die EU sei aggressiv und interventionistisch. Sie führe einen „Informationskrieg“ gegen Russland und plane, sich Russlands Ressourcen anzueignen. Die EU zwinge ihre Mitgliedstaaten zur Übernahme russophober Politiken und plane, die Länder der Östlichen Partnerschaft zur Umsiedlung von Flüchtlingen zu nutzen oder als Endlager für radioaktiven Abfall.
  • Die EU sei nahezu zusammengebrochen, da sie den Herausforderungen der Migrationskrise nicht gewachsen sei. In Europa würden Minderjährige vergewaltigt, während die Vergewaltiger nicht einmal bestraft würden. Toleranz gegenüber Flüchtlingen habe Terroranschläge verursacht. Faschismus und Nationalsozialismus seien auf dem Vormarsch.
  • Die EU sei dekadent. Der gesamte Westen verleugne moralische Grundsätze, während nur Russland traditionelle Werte verteidige. Europa versuche außerdem, Pädophilie zu legalisieren. Demokratische Werte, Meinungsfreiheit, Geschlechtergleichheit – all dies werde als großer Angriff auf das Christentum dargestellt und zudem als westlicher Versuch, die Existenz der russischen Zivilisation zu leugnen.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass pro-kremlische Desinformation „die Wahrnehmung der EU in der russischen Gesellschaft wirksam geprägt hat.“ Eine Umfrage zeigte, dass nur ein Viertel der Russen die EU positiv sieht.Es wurde außerdem festgestellt, dass die Adjektive, die Russen am häufigsten verwendeten, um die Union zu beschreiben, „heuchlerisch, multikulturell und dekadent“ waren.

„Eine kohärente Beobachtung der russischen Medien und die Analyse pro-kremlischer Desinformation sind von entscheidender Bedeutung. Diese werden der EU helfen, Russlands künftige Politik besser vorherzusagen und darauf vorbereitet zu sein zu reagieren“, empfiehlt der Autor.

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RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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