Desinformationsquiz: Die Wahlen in Tula
Es ist Quizzeit bei EUvsDisinfo, also macht euch bereit, ein echtes Desinformationsrätsel zu lösen.
Zuerst lest die folgende Aussage sorgfältig durch:
„Wahlbeobachter des Europarats fanden keine Unregelmäßigkeiten in der Art und Weise, wie die Präsidentschaftswahlen in der Region Tula [in Russland] abgehalten wurden.“
Hier ist die Herausforderung: Die oben zitierte Aussage ist wahr. Aber zugleich ist sie Desinformation. Wie kann das sein?
Denkt gut darüber nach. Ihr findet die Antwort unter dem untenstehenden Bild, das das Denkmal für den berühmten Tulaer Lebkuchen zeigt.

Die Stadt Tula ist bekannt für ihre Rüstungsindustrie, ihre Produktion von Tee-Samowaren und für die Tradition des Tulaer Lebkuchens. Bild: Wikimedia Commons
Natürlich, ihr habt es erraten. Bei den Wahlen im März in Russlands Region Tula waren keine Beobachter des Europarats anwesend. Tatsächlich war der Europarat nicht eingeladen worden, die Präsidentschaftswahlen irgendwo in Russland zu beobachten; daher ist es kein Wunder, dass sie keine Unregelmäßigkeiten fanden.Dennoch erschien die Schlagzeile erschien im Newsfeed der Agentur Interfax-Russia am Wahltag, dem 18. März, und ist dort bis heute geblieben.
Wir möchten Anton Shekhovtsov danken, einem Wissenschaftler, dessen Buch über russische Einflussoperationen in Europa kürzlich veröffentlicht wurde, dafür, dass er dieses Juwel gefunden und es mit seinen Lesern auf Facebook geteilt hat.