Mehr Feinde, bitte
Laut einer jüngsten Umfrage des russischen Meinungsforschungsinstituts „Public Opinion Foundation“ (FOM) zeigen die Russen ein zunehmendes Interesse an Politik.
48% der Ende April befragten Personen bestätigten, dass sie sich generell für Politik interessieren, was der höchste von FOM seit 2001 gemessene Wert ist.
Zuschauer pro-kremlnaher TV-Sender am meisten an Außenpolitik interessiert
Seit Januar ist das Interesse an Außenpolitik rückläufig, während russische Bürger sich zunehmend für Innenpolitik interessieren.
Die Bevölkerungsgruppe, die Außenpolitik am stärksten verfolgt, sind Bürger über 60 Jahre, eifrige Konsumenten pro-kremlnaher TV-Sender.
Die 18- bis 30-Jährigen gehören zu den am wenigsten an Außenpolitik Interessierten.Die Hälfte der Befragten erklärte außerdem, die russische Regierung widme der Außenpolitik „so viel Aufmerksamkeit wie nötig“, während 63 % von ihnen sagten, der aktuelle Kurs der russischen Außenpolitik habe mehr Erfolge als Misserfolge gebracht.
Zu viel Aufmerksamkeit für internationale Fragen?
Abbas Gallyamov, ein Politikwissenschaftler, der von Kommersant interviewt wurde, ist der Ansicht, dass die Menschen Erfolg in der Außenpolitik mit der steigenden Zahl „Russlands Feinde“ und der Feindseligkeit gegenüber Russland verbinden.
Dennoch hebt Gallyamov hervor, dass parallel zum wachsenden Interesse der russischen Bevölkerung an innenpolitischen Themen auch der Anteil derjenigen zunimmt, die glauben, die Führung widme internationalen Fragen „zu viel Aufmerksamkeit“ (27 % im Mai 2016 gegenüber 20 % im November 2015).