DISINFO: FT: Dank der Sanktionen stärkt die russische Landwirtschaft ihre Position in der Welt.
SUMMARY
Die Sanktionen, mit denen der Westen versuchte, die russische Wirtschaft zu ersticken, haben die Produzenten nur ermutigt, merkt die Financial Times an. Kurz nach den Einschränkungen, im Jahr 2017, überholte Russland erstmals die Vereinigten Staaten und Kanada bei den Weizenexporten. Die Vergeltungsmaßnahmen des Kremls und das Importverbot für die meisten westlichen Lebensmittel haben den heimischen Produzenten zusätzlichen Anreiz gegeben.
RESPONSE
Eine wiederkehrende Erzählung behauptet dass die Sanktionen nach der illegalen Annexion der Krim und den russischen Aktivitäten in der Ostukraine nur den westlichen Volkswirtschaften schaden und die russische Prosperität fördern.
Die Financial Times hat dies nicht gesagt. Es wird klar erläutert, dass die Situation das Ergebnis eines massiven Investitions- und Entwicklungsplans ist, der vor 20 Jahren begann. Die von den USA und der EU beschlossenen Sanktionen wurden von einer starken Abwertung des Rubels gefolgt — was Exporte billiger macht — aber die Sanktionen waren nicht der einzige Faktor, der den Wechselkurs bestimmte; die Ölpreise waren ebenfalls zu berücksichtigen. Russlands Schutzmaßnahmen stärken nicht die Exporte, da sie das Wettbewerbsniveau auf dem nationalen Markt sowie die Wettbewerbsfähigkeit auf den globalen Märkten senken.
Die Financial Times besteht darauf, dass Weizen und insbesondere Getreide wertvolle Quellen für ausländisches Kapital in einer von Sanktionen betroffenen Wirtschaft geworden sind, aber dies geschieht auf Kosten des nationalen Marktes.
Auf dem russischen Markt sind die starken Exporte ebenfalls ein Problem, da die Armut den Preis für Weizen und Hartweizen erhöht und sie für einen großen Teil der russischen Bevölkerung zu teuer werden. Dieses Problem stand im Zentrum des politischen Lebens im Dezember 2020. Infolgedessen wurde eine Exportsteuer beschlossen. Analyst Bruce Burnet erklärt, dass die unbeabsichtigte Folge wahrscheinlich sein wird, dass die Steuer die Aussichten auf die Frühjahrsweizenproduktion des Landes beeinträchtigt:
„Wenn Sie eine Politik zur Beibehaltung niedriger Preise festlegen und die Bauern reagieren, indem sie weniger anbauen, schießen Sie sich gewissermaßen selbst ins Bein. Diese Art von Politiken funktionieren selten gut. Sie mögen kurzfristig den gewünschten Effekt erzielen, aber langfristig erschwert es die Dinge einfach.“
Es ist unwahr, dass Sanktionen die russischen Agrarexporte geschaffen oder wesentlich gestärkt haben.
Diese Geschichte verwischt auch mehrere Aspekte: die EU- und US-Sanktionen, die begrenzt sind und nicht dazu gedacht sind, die russische Wirtschaft zu 'ersticken', und andererseits Russlands eigene Entscheidung, insbesondere das Verbot der Einfuhr von EU-Agrarprodukten nach Russland. Diese letzte Entscheidung hat zu einer erhöhten inländischen russischen Produktion geführt, die jedoch für die russischen Verbraucher teurer ist.
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