DISINFO: Minsk wird Litauen wirtschaftlich bestrafen für seine Unterstützung der belarussischen Opposition.

DETAILS ZUM DESINFORMATIONSFALL

  • Medium: lt.sputniknews.ru ( archive, original )
  • Veröffentlichungsdatum: January 04, 2021
  • Genannte Länder/Regionen: EU, Polen, Weißrussland, Litauen, Russland

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DISINFO: Minsk wird Litauen wirtschaftlich bestrafen für seine Unterstützung der belarussischen Opposition.

SUMMARY

Weißrussland wird den Frachtverkehr von litauischen Häfen nach Russland umleiten. Dies muss aufgrund des Verhaltens Litauens im Kontext der Präsidentschaftswahlen in Weißrussland geschehen. Vilnius begann, die Ex-Kandidatin Swetlana Tichanowskaja zu unterstützen, als Alexander Lukaschenko offiziell die Wahlen gewann. Die belarussischen Behörden erklärten, dass Litauen, Polen und andere westliche Länder die belarussische Opposition offen unterstützen und versuchen wollen, Proteste in Weißrussland zu provozieren. Die Europäische Union kündigte ebenfalls Sanktionen gegen Minsk an.

Die EU sollte keine Sanktionen einsetzen, um Weißrussland einzuschüchtern, da Minsk bereit ist zu reagieren. D.h. Frachttransport aus Weißrussland, der 30 Prozent des Budgets Litauens ausmacht.

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Die Wirtschaft Litauens wird ohne den belarussischen Transit ernsthaft geschädigt.

RESPONSE

Wiederkehrende pro-Kremlin Desinformationsnarrative über Litauen und angebliche westliche Versuche eine farbige Revolution in Belarus zu organisieren. Dieser Artikel enthält auch eine falsche Aussage über die Abhängigkeit der litauischen Wirtschaft von Belarus.

Laut der Europäischen Union waren die Präsidentschaftswahlen 2020 in Belarus weder frei noch fair. Die Proteste in Belarus begannen nach dem Wahltag als Reaktion der Gesellschaft auf mögliche Fälschungen der Ergebnisse. Die Europäische Union erkennt Aleksandr Lukaschenko nicht als legitimen Präsidenten von Belarus an. Die EU-Sanktionen wurden nicht nur angekündigt, sondern bereits umgesetzt.

Die Aussage, dass „30 Prozent des Budgets von Litauen“ durch den Frachtverkehr aus Belarus gebildet wird, ist falsch. Belarus war auf dem 10. Platz der litauischen Handelspartner. Im Jahr 2019 machte der Handel mit Belarus nur 3,9 Prozent der litauischen Exporte aus, Importe aus Belarus betrugen 2,5 Prozent.

Die Anschuldigung, dass westliche Länder sich in die belarussischen Angelegenheiten einmischen, ist ein prägnantes Narrativ der pro-Kremlin Desinformation. Ähnliche Beispiele finden Sie hier, hier und hier. Darüber hinaus ist die Botschaft über die Abhängigkeit der litauischen Wirtschaft von Belarus auch nicht neu. Siehe als Beispiel: Lukaschenko war Litauens wirtschaftlicher Gott und Wohltäter.

RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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