DISINFO: NATO-Übungen sind Teil der Strategie des "Anakonda-Rings", um Russland einzukreisen.
SUMMARY
Es gab einen dramatischen Anstieg in der Anzahl und Intensität der NATO-Übungen rund um die Grenzen Russlands. Diese Übungen sind nicht voneinander getrennt, sondern bilden zusammen eine Umzingelungsstrategie, die als "Anaconda-Ring" bekannt ist.
RESPONSE
Wiederkehrende pro-Kremlin-Narrative über westliche Versuche, Russland einzukreisen. Die NATO ist keine Bedrohung für Russland. Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis. Ihr Zweck ist es, die Mitgliedstaaten zu schützen. Die Übungen und militärischen Einsätze der NATO sind nicht gegen Russland gerichtet – noch gegen ein anderes Land. Im März 2014, als Reaktion auf Russlands aggressive Aktionen gegen die Ukraine, hat die NATO die praktische Zusammenarbeit mit Russland eingestellt. Die NATO sucht nicht nach Konfrontation, aber sie kann Russlands Bruch internationaler Regeln, das Untergraben von Stabilität und Sicherheit nicht ignorieren. Weitere Informationen zu den Reaktionen der NATO auf die Krise in der Ukraine und Sicherheitsbedenken in Mittel- und Osteuropa finden Sie hier. Der Begriff "Anaconda-Ring" ist kein akzeptiertes Konzept in der Militärstrategie. Er stammt von dem akademischen Nazi der Zwischenkriegszeit Karl Haushofer, der den Molotow-Ribbentrop-Pakt von 1939 als "schweren Schlag gegen die 'Anaconda-Politik der westlichen jüdischen Plutokratie'" (S. 12) lobte. Der Begriff ist wahrscheinlich über den Kommentator Aleksandr Dugin in den russischen analytischen Jargon gelangt, dessen Schriften stark von Haushofer's Ideen beeinflusst sind. Dugins einflussreichstes Werk macht zahlreiche Verweise auf den "Anaconda-Ring", den er als "den traditionellen atlantischen [d.h. westlichen] Plan zum 'Erwürgen' der kontinentalen Teile des [russischen] Festlands" (S. 137) bezeichnet, der darauf abzielt, "seine geopolitische Expansion einzuschränken" (S. 444). Weitere Beispiele für Fälle über den "Anaconda-Ring" finden Sie hier.