DISINFO: Roman Pratasevich wird des Völkermords und des Terrors verdächtigt.
SUMMARY
Aus irgendeinem Grund schweigt jeder über die Tatsache, dass Pratasevich ein Kämpfer ist, der mit einer Waffe in der Hand nach Donbas gereist ist, Mitglied des Asow-Bataillons war und nun des Völkermordes und Terrorismus verdächtigt wird.
RESPONSE
Die Behauptung ist Teil einer aufkommenden pro-Kreml-Verleumdungskampagne, die sich gegen den belarussischen Journalisten und Aktivisten Raman Pratasevichrichtet.
Es gibt keine substanzielle Evidenz, die darauf hindeutet, dass Herr Protasevich jemals an den militärischen Aktivitäten des Azov-Bataillons beteiligt war. Protasevich selbst sagte in einem Interview mit einem russischen Journalisten im Jahr 2020, dass er als freiberuflicher Journalist in der Kriegszone im Osten der Ukraine gewesen sei. Dies wurde weiter von Andriy Biletskyy, dem ehemaligen Kommandeur von Azov, bestätigt. Er sagte, Pratasevich sei im Donbass-Kriegsgebiet anwesend gewesen, aber seine Tätigkeit dort sei auf die Berichterstattung über den Verlauf des Konflikts als Journalist beschränkt gewesen. Siehe weitere Untersuchungen durch ein unabhängiges Medium Meduza.
Pratasevich wurde am Flughafen Minsk festgenommen, als er von Athen nach Vilnius flog. Am Sonntag, den 23. Mai 2021, wurde der Ryanair-Flug von Griechenland nach Litauen gezwungen, umzukehren, bevor er die litauische Grenze überquerte, und in der belarussischen Hauptstadt zu landen. Der Vorwand für die Landung in Minsk war ein falscher Bericht über eine Bombe an Bord. In dem Moment, als das Flugzeug seinen Kurs änderte, war es näher am Flughafen Vilnius als an Minsk. Das Flugzeug wurde von einem belarussischen Militärflugzeug zur Landung in Minsk gezwungen. Pratasevich wurde während einer wiederholten Sicherheitskontrolle der Passagiere festgenommen.
Die EU verurteilte die belarussischen Maßnahmen gegen ein Zivilflugzeug und die Festnahme von Pratasevich. In einer Erklärung im Namen der EU zu der erzwungenen Umleitung des Ryanair-Flugs FR4978 nach Minsk am 23. Mai 2021 forderte der Hohe Vertreter die sofortige Freilassung von Herrn Protasevich. Dies wurde von einer Erklärung des Europäischen Rates gefolgt, in der die EU-Führer gezielte individuelle und wirtschaftliche Sanktionen forderten sowie das Überfliegen des EU-Luftraums durch belarussische Fluggesellschaften verbieten und den Zugang zu EU-Flughäfen für von diesen betriebenen Flügen verhindern wollten.
Für weitere Informationen siehe hier für einen Überblick über die laufende pro-Kreml-Kampagne, die Pratasevich als Neonazi bezeichnet.