DISINFO: Es gibt keine Verfolgung von schwulen Menschen in Russland.
SUMMARY
Schwule in Russland erleben keine Verfolgung. Sie leben offen, sie machen ihr Coming-out, sie erklären ihre Homosexualität, und es passiert ihnen nichts. Niemand feuert sie von ihren Jobs, niemand schlägt sie, nichts.
RESPONSE
Die Verfolgung von sexuellen Minderheiten in Russland ist ein kritisches, anhaltendes Problem, das Gewalt, Diskriminierung am Arbeitsplatz und soziale Stigmatisierung umfasst. Laut der NGO ILGA-Europe ist Russland das viertschlechteste europäische Land für LGBT-Personen. Das wahre Ausmaß der Diskriminierung von LGBT in Russland ist schwer zu bewerten, da der Staat keine Statistiken über Gewalt gegen sexuelle Minderheiten führt. Auch das Rechtssystem gewährt LGBT-Personen keinerlei spezifische Schutzmaßnahmen; Artikel 63 des Strafgesetzbuchs zählt "politische, ideologische, rassistische, nationale oder religiöse Hass" als Faktoren, die die Strafe für gewalttätige Straftaten verschärfen, aber diese Bestimmung gilt nicht für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten. Unabhängige Studien zeigen, dass die Hasskriminalität gegen LGBT zwischen 2013 und 2017 verdoppelt wurde, wobei die Forscher den Anstieg auf das Bundesgesetz von 2013 zurückführen, das "Schwulenpropaganda" verbietet. Der aktuellste Bericht des SOVA-Zentrums, einer nichtstaatlichen Aufsichtsbehörde für Hasskriminalität in Russland, vermerkte einen weiteren Anstieg der anti-LGBT-Gewalt in 2018-19. Die Situation ist besonders schlimm in Tschetschenien, wo homophobe Gewalt nicht nur stillschweigend erlaubt, sondern routinemäßig von regionalen Strafverfolgungsbehörden ausgeübt wird.