Ups, wir haben es schon wieder getan
Letztes Mal war es Russlands Verteidigungsministerium. Dieses Mal war es der staatliche TV-Sender Pervy Kanal, der der Versuchung nicht widerstehen konnte, Screenshots aus einem Computerspiel einzubauen, um angebliche Berichterstattung aus Syrien aufzupeppen.
Der Pervy-Kanal-Beitrag mit dem Titel „Fallakte: Syrien“ wurde in einer Sonntagabend-Nachrichtensendung zur Hauptsendezeit am 25. Februar ausgestrahlt. Er feierte den Heldenmut eines russischen Soldaten, der im Frühjahr 2016 in Syrien in einer Schlacht getötet wurde. Allerdings entdeckten aufmerksame Zuschauer des Senders bei 02:35 im untenstehenden Video einen Screenshot aus dem Computerspiel „Arma 3“.
In einem Kommentar für die russische Tageszeitung RBC erklärte ein Vertreter der Produzenten des Computerspiels, Bohemia Interactive, dass „keinerlei Genehmigung erteilt wurde, dieses Material aus unserem Spiel auf diese Weise zu verwenden“.RBC sprach auch mit Pervy Kanal, wo ein Vertreter die Videoeditoren dafür verantwortlich machte, Material aus dem Archiv des Senders verwendet zu haben, „das zuvor für einen Beitrag über Computerspiele genutzt worden war.“
Im November 2017 veröffentlichte Russlands Verteidigungsministerium Sequenzen aus dem Computerspiel „AC-130 Gunship Simulator: Special Ops Squadron“ als das, was das Ministerium als „unwiderlegbaren Beweis dafür bezeichnete, dass die USA ISIS-Kampftruppen Deckung geben“.
(Oberes Bild: Youtube)