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Warnung: Unzufriedenheit bei Erwachsenen!

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Die Eremitage im Visier: Verderbnis der Jugend

Die Eremitage in St. Petersburg ist eines der wirklich großen Museen der Welt. Der alte Kaiserpalast, selbst ein Meisterwerk des italienischen Barockarchitekten Bartolomeo Rastrelli, beherbergt eine Kunstsammlung, die von prähistorischen Schnitzereien bis zu den französischen Impressionisten reicht.

Ob der Besucher nach antiken Skulpturen, üppigen flämischen Gemälden oder ausdrucksstarken und monumentalen Werken von Matisse sucht – die Eremitage hat es. Fügt man noch einige epochale Ereignisse der europäischen Geschichte hinzu, ist es verständlich, wie die Eremitage zu einem Hauptanziehungspunkt für Besucher aus aller Welt und jeden Alters werden kann. Geh hin!

Doch nicht alle sind glücklich mit der Eremitage. Einige Besucher haben sich schockiert darüber gezeigt, unaufgeforderter Nacktheit ausgesetzt zu sein. Spärlich bekleidete Damen. Säugetierhafte Vorwölbungen! Schmutz! Manifestationen abnormaler Werte, fremd der gesunden russischen Gesellschaft.

Der Leiter der Eremitage, Michail Piotrowski, beklagte sich kürzlich in einem Kommentar gegenüber der russischen staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti:

Viele beschweren sich, und einige sind sehr aggressiv. Aber es gibt wichtige Anregungen und Forderungen, die wir für die Zukunft berücksichtigen müssen. Früher habe ich gelacht, wenn jemand sagte: „Nehmt all eure nackten Skulpturen weg und stellt sie in einen Raum mit dem Schild ‚nur für Erwachsene‘, um zu vermeiden, dass unsere Kinder verdorben werden.“Aber jetzt handelt es sich um eine formelle Beschwerde einer offiziellen Behörde, und wir werden antworten müssen.

Piotrovsky erläuterte, dass die Behörden der Stadt St. Petersburg die Eremitage darüber informiert hätten, dass sich Bürger an die Behörden gewandt hätten – mit formellen Beschwerden über die Zurschaustellung öffentlicher Nacktheit im Museum.

Schützt die Kinder!

Der rechtliche Hintergrund ist hier ein russisches Gesetz aus dem Jahr 2010, „Über den Schutz von Kindern vor Informationen, die ihrer Gesundheit und Entwicklung schaden“. Volltext des Gesetzes (auf Russisch) hier. Artikel 2:11 des Gesetzes definiert die schmutzigen Sachen:

Eine naturalistische Darstellung oder Beschreibung – in welcher Gestalt oder Form auch immer – bestimmter Teile eines menschlichen und/oder tierischen Körpers, von Handlung/Nichthandlung, Ereignis, Erscheinung und deren Folgen, mit Aufmerksamkeit für Details, anatomische Merkmale und/oder physiologische Prozesse.

Artikel 2:3 definiert die öffentliche Zurschaustellung der genannten anatomischen Merkmale und/oder physiologischen Prozesse:

Eine öffentliche Zurschaustellung stellt eine Vorführung von Inhalten an einem Ort dar, der für Kinder zugänglich ist und an dem eine erhebliche Zahl von Menschen anwesend ist, die nicht zum üblichen Familienkreis gehört. Dies umfasst Bühnenaufführungen sowie Veranstaltungen kultureller, bildender und unterhaltender Art.

Die EUvsDisinfo-Datenbank enthält Hunderte von Fällen die eine russische moralische Überlegenheit nahelegen. Der Westen wird als ein Ort des moralischen Verfalls, der Perversion und der Unmoral dargestellt.

Die meisten EU-Mitgliedstaaten haben Beschränkungen für die öffentliche Zurschaustellung von Pornografie. Es gibt erhebliche Probleme mit der Sexualisierung des öffentlichen Raums, der Etablierung verdrehter Vorstellungen über die Körper von Frauen und über Sexualität. Pornografie kann als eine Form von Gewalt wahrgenommen werden. Dieser Aspekt ist jedoch kein Bestandteil der russischen Gesetzgebung: Russland ist in der Werbung praktisch mit sexualisierten Bildern überzogen.Die russische Journalistin Anastasia Krasilnikova sammelt die schlimmsten Beispiele auf ihrem Telegram-Kanal. Die meisten physiologischen Prozesse und anatomischen Merkmale sind im russischen öffentlichen Raum kein seltenes Gut.

Sushi, Bücher, Baumaterialien und Burger – Sex verkauft sich auch in Russland.

Das Ziel der russischen Gesetzgebung besteht nicht darin, das Problem einer sexualisierten Öffentlichkeit anzugehen oder Frauen herabzuwürdigen.

Die russische Gesetzgebung richtet sich gegen den Kultursektor und erlaubt es den Behörden, gegen Kunstgalerien, Zeitschriften, Theater und Ausstellungen vorzugehen, die verdächtigt werden, Botschaften zu vermitteln, die der Kreml-Erzählung von Russland als moralischer Supermacht widersprechen.

Sex verkauft sich!

Pornografie ist in Russland nicht verboten, muss aber für Kinder unter 18 Jahren unzugänglich gemacht werden. Die Gesetzgebung, Artikel 1:4, schließt Werbung von den Einschränkungen aus. Die Gesetzgeber haben entschieden, dass starke sexuelle Anspielungen Kindern nicht schaden, wenn sie dazu benutzt werden, Bücher oder Sushi oder Baumaterial zu verkaufen.Ein Gemälde von Rubens in der Eremitage hingegen könnte.

Rubens, Rodin und Rembrandt – Kunst ab 18?

Es ist unwahrscheinlich, dass Michail Piotrowski die Eremitage wird umorganisieren und Matisse und Rembrandt in einem bewachten Bereich verstecken muss, um Russlands Kinder zu schützen. Der Leiter der Eremitage kommentiert die ganze Geschichte:

Ich bin traurig und enttäuscht, dass das, was bei meiner Pressekonferenz die Aufmerksamkeit auf sich zog – bei der ich ein ganzes Programm zur Entwicklung der Eremitage nach COVID vorgestellt habe –, diese schlichte, alte Geschichte über nackte Gemälde und Skulpturen war. Das ist ein altes Motiv im Leben jedes Museums und war immer ein amüsanter Witz.

All dies, der Brief und die Reaktionen darauf, sind ein Symptom; es ist ein Symptom dafür, dass mit der Gesundheit unserer Gesellschaft etwas nicht stimmt.

Desinformation, nicht Kunst, verdirbt den öffentlichen Diskurs.

RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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