Zahl der Woche: 12.000
Wenn die Mitarbeiter der berühmten „Trollfabrik“ in St. Petersburg nach den russischen Feiertagen an ihre Schreibtische zurückkehren, werden sie Kommentare und Beiträge in den sozialen Medien in deutlich geräumigeren Büros schreiben. Wie die führende Wirtschaftszeitung der Stadt Delovoy Peterburg in einem investigativen Artikel berichtet, der kurz vor Neujahr veröffentlicht wurde, sind die 4.000 Quadratmeter an ihrer bisherigen Adresse in der Savushkina-Straße 55 durch 12.000 Quadratmeter im Lakhta-Geschäftsviertel von St. Petersburg ersetzt worden.
Die beeindruckende Verdreifachung der Arbeitsfläche ist ein Beleg für den Erfolg der „Fabrik“. Wie die Untersuchung der russischen RBC Daily im April 2017 zeigte, haben sich die Troll-Aktivitäten inzwischen zu einem Konglomerat von mindestens 16 verschiedenen Online-Angeboten verzweigt, die allesamt die Politik des Kremls nachdrücklich unterstützen und dabei systematisch auf die Produkte der jeweils anderen verlinken. Gleichzeitig enthalten sie kaum oder gar keine Werbung.
Der Eigentümer der „Trollfabrik“, der Unternehmer und Milliardär Jewgeni Prigoschin, ist auch als „Putins Koch“ bekannt geworden, weil er erfolgreich Catering-Dienstleistungen unter anderem für den Kreml und andere Bereiche der russischen Regierung erbringt. Herr Prigoschin ist vom US-Finanzministerium sanktioniert worden, weil er die militärische Besetzung der Ukraine durch Russland finanziell unterstützt hat.Die Untersuchung von Delovoy Peterburg zeigt außerdem, dass die Eigentümer der neuen Räumlichkeiten zu den Unterstützern von Präsident Putins Wahlkampagne gehören.
Weiterführende Lektüre:
Geständnisse eines pro-kremltreuen Trolls
In einer früheren Version dieses Artikels wurde die Anzahl der Quadratmeter im neuen Büro mit 20.000 angegeben. Diese Zahl wurde korrigiert.