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Abbildung der Woche: 77

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Das renommierte unabhängige Levada-Meinungsforschungsinstitut stellte am 21. April eine Umfrage zu den größten Ängsten der Russen vor. Das Institut stellte die Frage „In welchem Maße fürchten Sie X“, wobei X das Objekt der Furcht ist. Den Befragten wurden Antwortmöglichkeiten angeboten, die von „Ich fürchte überhaupt nicht“ bis „Ich fürchte dauerhaft“ reichten. Die Umfrage wird seit 1994 jährlich durchgeführt.

Den Spitzenplatz unter den Ängsten nimmt die vermutlich universelle Furcht vor Krankheit bei Freunden und in der Familie ein. Dies ist die größte Sorge von 91 Prozent der Befragten. 74 Prozent fürchten gelegentlich oder dauerhaft, dass sie selbst von Krankheit oder Leid getroffen werden. Diese Furcht nimmt den vierten Platz unter den fünf größten Ängsten der Russen ein. Die Angst vor dem Tod belegt den 10ten Platz.

Wenn diese beiden Ängste tief in einer universellen menschlichen Erfahrung verwurzelt sind, spiegeln die drei anderen Ängste unter den Top 5 die politische Lage in Russland wider:

77 Prozent der Befragten fürchten dauerhaft (58 Prozent) oder gelegentlich (19 Prozent) die Willkür der Behörden, und 52 Prozent fürchten dauerhaft (52) oder gelegentlich (16) eine Rückkehr der Massenrepressionen. 62 Prozent fürchten dauerhaft einen Weltkrieg. 14 Prozent fürchten dies gelegentlich.

Die Untersuchung der historischen Dynamik der Ängste liefert weitere Einblicke. Die Furcht vor einem Weltkrieg erreichte 2015 ein historisches Minimum.Seitdem ist die Angst stetig auf das heutige Niveau angewachsen. Dies spiegelt sich in einer intensiven Kampagne in den russischen Staatsmedien wider, die einen unmittelbar bevorstehenden westlichen Angriff auf Russland nahelegt: Das Staatsfernsehen behauptet, der Westen führe einen Krieg gegen die russische Zivilisation oder umzingele Russland mit „russophoben Regimen“.

Auch die Angst vor Willkür und Repressionen zeigt eine ähnliche Dynamik: ein stetiges Wachstum seit 2015. Hier kann man auch die Tatsache einer zunehmend hart durchgreifenden Kreml-Reaktion auf die Unzufriedenheit in der russischen Bevölkerung feststellen.

Eine allgemeine Schlussfolgerung der Umfrage: Das russische Volk fürchtet die Regierung viel mehr, als es den Tod fürchtet.

RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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