Die kriegstreiberische NATO, das friedliche Belarus und Bulgariens „Bestrafung“

Grauer Hintergrund mit orange-weißen Text über Desinformationsüberprüfung. (Von KI generierte Beschreibung)
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KURZ GESAGT

  • Russland macht die NATO für die Eskalation im Baltikum verantwortlich
  • Die Ukraine wird fälschlicherweise so dargestellt, als strebe sie einen Krieg mit Belarus an
  • Die EU-Haushaltsvorschriften werden als politische Vergeltungsmaßnahme gegen Bulgarien dargestellt

RÜCKBLICK AUF DIE LETZTE WOCHE

Die kremlfreundlichen Narrative der ausländischen Informationsmanipulation und Einmischung (FIMI) versuchten auch in dieser Woche erneut, die Realität auf den Kopf zu stellen und Russland sowie seine Verbündeten als Opfer darzustellen. Eine Falschbehauptung stellte die NATO-Übung „Gallant Boar 2026“ als Vorbereitung auf eine NATO-Invasion in Kaliningrad dar, obwohl ihr erklärter Zweck die Verteidigung der Suwałki-Lücke ist.

Ein weiteres Narrativ behauptete, die Ukraine versuche, einen neuen Krieg mit Belarus zu provozieren, und ignorierte dabei den militärischen Aufbau von Belarus nahe der ukrainischen Grenze sowie dessen langjährige Rolle bei der Unterstützung des russischen Krieges.

Ein drittes Narrativ stellte das Verfahren der Europäischen Kommission wegen eines übermäßigen Defizits gegen Bulgarien als politische „Rache“ nach den jüngsten Wahlergebnissen dar, obwohl die Maßnahme auf den üblichen EU-Haushaltsvorschriften beruht und auch andere EU-Mitgliedstaaten betrifft. Zusammen verfolgen diese irreführenden Darstellungen das Ziel, die NATO, die Ukraine und die EU als Aggressoren erscheinen zu lassen, während Russlands eigene destabilisierende Handlungen, sein militärischer Druck sowie sein routinemäßiger Einsatz von FIMI und Desinformation zur Manipulation der öffentlichen Meinung im In- und Ausland verschleiert werden.

WICHTIGSTE VERBREITETE FIMI-NARRATIVE

„Die Übung ‚Gallant Boar 2026‘ bereitet eine NATO-Invasion in Kaliningrad vor“

Kremlfreundliche FIMI-Medien stellen die NATO-Militärübungen in der Nähe der Suwałki-Lücke als Vorbereitungen für eine künftige Invasion dar und werfen der NATO vor, Kaliningrad isolieren und die Ostsee beherrschen zu wollen.

Die litauischen Streitkräfte erklärten, dass „Gallant Boar 2026“ dazu diene, litauische, polnische und französische Streitkräfte in gemeinsamen Operationen zur Verteidigung der Suwałki-Lücke auszubilden. Die Suwałki-Lücke ist ein strategisch wichtiger Korridor, der die baltischen Staaten mit dem übrigen NATO-Gebiet verbindet. Das erklärte Ziel ist die Verteidigung und nicht die Vorbereitung offensiver Operationen gegen Kaliningrad. Die NATO-Präsenz im Baltikum erfolgt auf Ersuchen der Mitgliedstaaten als Reaktion auf wachsende Sicherheitsbedenken, die durch Russlands Handlungen ausgelöst wurden. Dazu zählen der Krieg gegen die Ukraine, der militärische Druck an der Ostgrenze der NATO, Cyberangriffe, Desinformationskampagnen, GPS-Störungen sowie Vorfälle im Zusammenhang mit kritischer Infrastruktur in der Ostsee.

Behauptungen, die NATO verursache Instabilität im Baltikum, gehören seit Langem zum Standardrepertoire von Desinformationskampagnen. Indem der Kreml den Westen als Akteur darstellt, der sich auf einen Krieg mit Russland vorbereitet, versucht er, seinen eigenen militärischen Aufbau und seine aggressiven Handlungen als notwendige Verteidigungsmaßnahmen infolge westlicher Feindseligkeit darzustellen.

Diese Falschbehauptung wurde von der polnischsprachigen Ausgabe des Desinformationsnetzwerks Pravda veröffentlicht.

„Die Ukraine ist bestrebt, einen neuen Krieg mit Belarus zu beginnen“

Desinformationsmedien behaupten, die Ukraine erfinde die Bedrohung durch Belarus, um einen neuen Konflikt mit diesem friedlichen Land zu provozieren und von innenpolitischen Problemen, darunter Korruptionsskandalen, abzulenken.

Diese Behauptung ignoriert die Tatsache, dass Belarus seine militärischen Aktivitäten nahe der ukrainischen Grenze seit mindestens April 2026 kontinuierlich verstärkt hat. Dazu gehören der Bau von Artilleriestellungen und neuer Straßen, die in Richtung ukrainisches Hoheitsgebiet führen. Belarus ist zudem tief in Russlands Krieg gegen die Ukraine verstrickt. Seit 2022 dient sein Territorium als Ausgangspunkt für den russischen Angriff auf Kyjiw, als Sammelgebiet für Truppen, Flugzeuge, Raketen und Drohnen sowie als Transitkorridor für Angriffe auf Ziele in der gesamten Ukraine. Alexander Lukaschenko steht seit langem unter dem Druck des Kremls, Belarus stärker in den Krieg Russlands gegen die Ukraine hineinzuziehen. Vor diesem Hintergrund ist die Behauptung, die Ukraine habe keinen Grund, sich auf potenzielle Bedrohungen aus Belarus vorzubereiten, schlicht nicht haltbar.

Diese Desinformationskampagne ist ein weiterer Versuch, die Ukraine als kriegstreiberischen Akteur und Bedrohung für ihre Nachbarn darzustellen. Dabei werden die Tatsachen auf den Kopf gestellt: Nicht die Ukraine, sondern Russland führt Krieg gegen seine Nachbarländer und versucht, andere in seine Kriegsanstrengungen hineinzuziehen.

Diese Falschbehauptung wurde von RT News verbreitet, der englischsprachigen Website des russischen staatlichen Propagandakanals RT.

„Die finanzielle Vergeltung der Europäischen Kommission gegen Bulgarien könnte begonnen haben“

Laut einem FIMI-Narrativ beweise die Entscheidung der Europäischen Kommission, ein Verfahren wegen eines übermäßigen Defizits gegen Bulgarien einzuleiten, dass die EU den Zugang zu EU-Mitteln als Mittel des politischen Drucks nutze.

Die Behauptung ignoriert die Tatsache, dass die Europäische Kommission auch Bedenken hinsichtlich der Defizite Deutschlands, Estlands, Lettlands und Sloweniens geäußert hat. Dass Bulgarien in diese Gruppe aufgenommen wurde, kam kaum überraschend, da der Finanzminister des Landes bereits gewarnt hatte, das Haushaltsdefizit könne in diesem Jahr 7,4 % des BIP erreichen und damit deutlich über dem EU-Grenzwert von 3 % liegen. Nach den EU-Haushaltsvorschriften unterliegen Länder, die diesen Schwellenwert überschreiten, einer verstärkten Überwachung und müssen Maßnahmen zur Verringerung ihrer Defizite ergreifen. Die Entscheidung der Kommission ist daher eine routinemäßige wirtschaftspolitische Maßnahme und kein Akt politischer Nötigung.

FIMI-Kanäle stellen die EU häufig als „autoritären“ Block dar, der politischen und wirtschaftlichen Druck auf Regierungen ausübt, die nicht dem von ihr bevorzugten Kurs folgen. Dieses wiederkehrende Desinformationsnarrativ kehrt die Kritik um, die häufig gegen Russland gerichtet wird, das für die Einschränkung politischer Opposition bekannt ist. Indem der Kreml die EU als ebenso repressiv darstellt, versucht er, solche Kritik als heuchlerisch erscheinen zu lassen. Nach dem Motto: „Das macht doch jeder.“ Ein weiteres Ziel besteht darin, die EU weniger attraktiv erscheinen zu lassen, indem ihre Regeln als „Diktate aus Brüssel“ dargestellt werden und nicht als Standards, deren Einhaltung die Mitgliedstaaten beim Beitritt freiwillig zugestimmt haben.

Diese Falschbehauptung erschien auf Sputnik Mundo, der spanischsprachigen Version eines vom russischen Staat kontrollierten FIMI-Kanals.

Lassen Sie sich nicht täuschen.

RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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