Ein Wort, eine Kamera, ein Foto, eine Waffe
Bild: Preisverleihung des Medienfestivals „Media-Ace“.Quelle: Mil.ru
Pro-kremlische Kommentatoren argumentieren oft, dass zwar offiziellen russischen Medien vorgeworfen werden könne, Desinformation zu verbreiten, westliche Medien aber dasselbe täten.
Doch dieses Argument scheitert in mehrfacher Hinsicht, und einer dieser Punkte ist das eigentliche Konzept des Journalismus.
Journalisten mit militärischer Exzellenz
Am 17. April zeichnete Russlands Verteidigungsminister Sergei Schoigu ausgewählte russische Journalisten mit Ministeriumsmedaillen aus – diese wurden als “Dem Teilnehmer der syrischen Militäroperation” oder “Für militärische Exzellenz” verliehen.
Mitarbeiter der führenden pro-kremlischen Medien wurden ausgewählt; die wichtigsten wurden in einem Artikel von sprotyv.info aufgelistet.
Noch eine weitere Waffenart
Vor zwei Jahren zeichnete Präsident Putin 300 Journalisten für eine „objektive“ (sic) Berichterstattung über die Ereignisse auf der Krim aus.
Genau diese Journalisten waren es natürlich, die die offiziellen Darstellungen über die Abwesenheit russischer Truppen auf der Krim propagierten oder über blutrünstige ukrainische Nazis, die russischsprachige Menschen in der Ukraine unterdrückten.
„Der Tag ist gekommen, an dem wir alle zugeben müssen, dass ein Wort, eine Kamera, ein Foto, das Internet und Informationen im Allgemeinen zu einer weiteren Art von Waffen geworden sind, zu einer weiteren Komponente der Streitkräfte“, sagte Minister Schoigu im vergangenen Jahr.Letzte Woche erinnerte er erneut daran, dass offizielle pro-kremlische Medien als ein weiterer Teil der russischen Streitkräfte angesehen werden.
Es kann nicht behauptet werden, dass der Westen dasselbe Verständnis von Journalismus hat.

Das russische Boulevardblatt Komsomolskaja Prawda zeigt zwei Preisträger nach der Zeremonie.