Informationskrieg aufgedeckt
Bild: Präsidialberater Sergej Glasjew, news-front.info
Die Annexion der Krim und damit verbundene russische Aktivitäten wurden vom NATO-Militärkommandeur Philip Breedlove als „der erstaunlichste Informationskrieg-Blitzkrieg, den wir in der Geschichte der Informationskriegsführung je gesehen haben“, beschrieben.
Russische Behörden, darunter Wladimir Putin, hatten jegliche russische Einmischung in die Angelegenheiten der Ukraine lange Zeit bestritten, nur um kürzlich einzugestehen, dass es doch erheblichen Einfluss von russischer Seite gab, einschließlich militärischer Unterstützung für „Separatisten“, die gegen die Regierung in Kiew kämpften.
Aufnahmen zeigen, wie der Kreml Unruhen in der Ukraine organisiert
Ende August veröffentlichten die ukrainischen Behörden weitere Belege für das Handeln des Kremls in der Ukraine im Jahr 2014. Die Generalstaatsanwaltschaft hat Tonaufnahmen von Telefongesprächen mit dem ranghohen Kremlberater Sergej Glasjew veröffentlicht, in denen zu hören ist, wie dieser das illegitime „Referendum“ auf der Krim oder Unruhen in Donezk, Odessa und Charkiw als Vorwand für eine russische Militärintervention organisiert.
Wie die unabhängigen russischen Medien Meduza zusammenfassten, beweisen die Aufnahmen laut Kiew, dass der Kreml schuldig ist, „die territoriale Integrität der Ukraine zu verletzen und einen Angriffskrieg zu entfesseln“.Die Aufnahmen sind mit englischen Untertiteln hier verfügbar.
Die klassische Taktik des Whataboutism
Herr Glazjew reagierte auf die Vorwürfe des ukrainischen Generalstaatsanwalts in einer Weise, die an die bekannte Taktik des „Whataboutism“ erinnert. Er ging auf keine der Behauptungen ein, sondern beschuldigte die ukrainische Regierung der Illegitimität und der Unterstützung des Faschismus.
„Wir haben immer vermutet – und sogar angenommen –, dass die Hand Moskaus hinter den Unruhen in der Ostukraine steckte und dass es hoffte, das zu erobern, was der Kreml Noworossija nannte. Aber es ist das eine, dies zu vermuten und anzunehmen, und etwas ganz anderes, einen ranghohen Kreml-Berater zu hören, der die Details für Stellvertreter vor Ort orchestriert“, kommentierte der Reporter Brian Whitmore von Radio Free Europe.