Professor der Staatlichen Universität Moskau macht Witze über die Ausrichtung einer Skripal-Konferenz
Was das Attentat in Salisbury, Vereinigtes Königreich, betrifft, gibt es kaum eine Grenze dafür, wie weit die Propaganda gehen wird, um die ganze Angelegenheit wie einen Witz aussehen zu lassen.
In einem Gespräch am Sonntag mit Radio Govorit Moskva kündigte Professor Andrey Manoylo von der Lomonossow-Universität Moskau den Plan der Universität an, eine jährliche Konferenz über „Informationskriege“ unter dem Titel „Die Skripal-Lesungen“ zu starten.
Dieses Jahr in Moskau – nächstes Jahr in Salisbury
Der Professor fügte hinzu, die Universität habe die beiden Verdächtigen im Skripal-Anschlag, Anatoly Chepiga und Alexander Mishkin, eingeladen, auf der Konferenz zu sprechen; der Plan sei, die diesjährige Konferenz in Moskau abzuhalten und im nächsten Jahr würden die Organisatoren versuchen, die Genehmigung zu erhalten, sich in der Kathedrale von Salisbury im Vereinigten Königreich zu versammeln.
Ziel der Konferenz wäre es, „die Erfahrungen westlicher Geheimdienste bei der Organisation von Informations- und psychologischer Intervention auf dem Gebiet der Russischen Föderation“ zu diskutieren, sagte Professor Manoylo.
Mit anderen Worten – ein Professor an einer der führenden akademischen und Bildungseinrichtungen Russlands mit zahlreichen Partneruniversitäten weltweit, unter anderem in den meisten EU-Mitgliedstaaten – bekannte sich öffentlich zu denDesinformationsnarrativ, dass der Skripal-Fall lediglich eine antirussische Verschwörung sei – und etwas, worüber es sich zu scherzen lohne.
„Nur ein Scherz“
Nachdem sich die Geschichte über die geplante Konferenz in russischen Medien verbreitet hatte, nahmen Sprecher der Moskauer Staatlichen Universität Kontakt auf und erklärten, als Professor Manoylo davon sprach, die beiden Verdächtigen als Redner zur Konferenz einzuladen, habe er – und Sie haben es wahrscheinlich schon erraten – „nur gescherzt.“ Allerdings bestritt die Pressestelle zunächst nicht den Plan, die angekündigten „Skripal-Lesungen“ abzuhalten.
Später teilte der Dekan der politikwissenschaftlichen Fakultät der Universität den Medien mit, es sei keine solche Konferenz im Kalender der Universität geplant.
Nichtsdestotrotz stimmt ein Professor der Moskauer Staatlichen Universität damit russischen Diplomaten und staatlichen Medien zu, dass wir uns alle einfach entspannen und alles rund um den Angriff mit einem militärischen Nervengift russischer Herkunft auf europäischem Boden – als Witz betrachten können.
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Titelbild: Wikimedia Commons
AKTUALISIERUNG: Ein frühesEine frühere Version dieses Artikels trug den Titel „Moskauer Staatliche Universität richtet jährliche Skripal-Konferenz aus“ und enthielt die anfängliche Bestreitung der Pressestelle der Universität, dass sie die beiden Verdächtigen einladen würde, auf der Konferenz zu sprechen, jedoch nicht die spätere Bestreitung des Dekans, dass geplant sei, eine solche Konferenz auszurichten. Der Titel wurde geändert und die Bestreitung des Dekans wurde dem Artikel hinzugefügt.