Russland als Silbermedaillengewinner im Putin-Biden-Duell von Genf
Lesen Sie morgen die Schlagzeilen in den Kreml-Medien schon heute
Ein Merkmal pro-kremlischer Desinformation ist, dass sie ziemlich repetitiv ist. Alte Tropen werden endlos wiedergekäut, wobei nur geringfügige Details geändert werden. Der Gipfel am Mittwoch zwischen den Präsidenten Russlands und der USA wird im vom Kreml kontrollierten Desinformations-Ökosystem einige sehr vorhersehbare Schlagzeilen hervorbringen. Tatsächlich haben wir das schon einmal gesehen:

Behauptung: Putin ist eine harte Nuss (Tsargrad, 13. Juni 2021)
Joe Biden räumte ein, dass die USA nicht in der Lage seien, die Haltung des russischen Präsidenten zu beeinflussen. Und dafür gibt es eine Erklärung: „Er ist Wladimir Putin“.
Fakt: Internationale Politik, Gipfeltreffen und der Dialog zwischen Staats- und Regierungschefs sind kein Wettbewerb darum, wer am härtesten ist. Die aktuellen Herausforderungen der Welt – Klimawandel, Armut, Menschenrechte, Geschlechtergleichstellung, Terrorismus und die anhaltende, weiterhin tödliche Pandemie – erfordern Zusammenarbeit.Internationale Staats- und Regierungschefs haben seit mehreren Jahren versucht, einen konstruktiven Dialog mit Russland zu führen.
Fälle in der EUvsDisinfo-Datenbank zur Desinformation, die „Putin“ betreffen.

Behauptung: Der Gipfel ist eine große Errungenschaft der russischen Diplomatie (RIAFAN, 10. Juni 2021)
Der Gipfel vom 16. Juni beweist, dass die Versuche des Westens, Russland zu isolieren, gescheitert sind
Fakt: Alle US-Präsidenten seit Franklin D. Roosevelt haben sich mit den russischen Staats- und Regierungschefs getroffen.Die USA werden sich, wie die EU, weiterhin in Bereichen wie globalen Sicherheitsfragen, Handel, der Bekämpfung des internationalen Terrorismus, der Bewältigung des Klimawandels und der Förderung nachhaltiger Entwicklung in der Arktis mit Russland engagieren.
Fälle, die „Diplomatie“ in der EUvsDisinfo-Datenbank über Desinformation

betreffenBehauptung: „Russland ist eine Stimme der Vernunft und des Pragmatismus“ (Aussage des russischen Außenministers Sergej Lawrow, 9. Juni 2021)
Diese Prinzipien [der russischen Außenpolitik] sind Unabhängigkeit, Pragmatismus, ein multivektoraler Ansatz, Respekt vor dem Völkerrecht und Offenheit zur Zusammenarbeit mit jedem, der bereit ist, auf der Grundlage von Gleichheit und gegenseitigem Respekt zu interagieren.
Russland hat systematisch gegen das Völkerrecht und bilaterale Abkommen verstoßen. Beispiele sind Russlands illegale Annexion der Krim; Verstöße gegen die UN-Charta, die Schlussakte von Helsinki und die OSZE-Dimensionen zur Sicherheit.

Behauptung: Russophobie ist ein treibender Faktor der westlichen Außenpolitik (Ukraina.ru 8. Juni 2021)
Der Putin–Biden-Gipfel könnte zu einer Falle für den Kreml werden.Ohne jeden Zweifel wird Washington den Gipfel ausnutzen, um Russlands Status als „Staatsfeind Nummer eins“ in Amerika zu zementieren. Alle vernünftigen westlichen Experten unterstreichen die Tatsache, dass das Biden-Team aus Ideologen und nicht aus Politikern oder Diplomaten besteht. Dies könnte laut den Experten die am wenigsten professionelle Administration in der Geschichte der Vereinigten Staaten sein.
Fakt: Eine unbegründete Behauptung ohne jegliche Quellen für jene „Experten“. Russophobie ist eine der bevorzugten Erklärungen der Desinformationskanäle des Kremls für jede Form von Kritik an russischen Verstößen gegen das Völkerrecht.
Fälle betreffend „Russophobie“ in der EUvsDisinfo-Datenbank zur Desinformation.
Behauptung: Russophobie ist ein treibender Faktor der westlichen Außenpolitik (Ukraina.ru, 8. Juni 2021)
Der Putin–Biden-Gipfel könnte zu einer Falle für den Kreml werden. Ohne jeden Zweifel wird Washington den Gipfel ausnutzen, um Russlands Status als „Staatsfeind Nummer eins“ in Amerika zu zementieren. Alle vernünftigen westlichen Experten unterstreichen die Tatsache, dass das Biden-Team aus Ideologen und nicht aus Politikern oder Diplomaten besteht. Dies könnte laut den Experten die am wenigsten professionelle Administration in der Geschichte der Vereinigten Staaten sein.
Fakt: Eine unbegründete Behauptung ohne jegliche Quellen zu jenen „Experten“.Russophobie ist eine der Standarderklärungen, auf die Kreml-Desinformationskanäle bei jeder Form von Kritik an russischen Verstößen gegen das Völkerrecht zurückgreifen.
Fälle, betreffend „Russophobie“ in der EUvsDisinfo-Datenbank zur Desinformation.
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Wir könnten auch Behauptungen über Angelsachsen hören, über die korrupten westlichen Eliten und allgemein sehr selektive Beschreibungen des Gipfels. Kürzlich führten der Präsident des EU-Rates, Charles Michel, und Russlands Präsident Putin ein Telefongespräch. Der Pressedienst des EU-Rates stellt das Gespräch auf folgende Weise dar:
Präsident Michel übermittelte die Position des Europäischen Rates zu den Beziehungen zwischen der EU und Russland und dass die EU-Staats- und Regierungschefs in ihren Diskussionen im Mai die illegalen, provokativen und destabilisierenden russischen Aktivitäten gegen die EU, ihre Mitgliedstaaten und andere verurteilt hätten.
Dies ist dasselbe Gespräch wie es vom Kreml dargestellt wird:
Der derzeitige Zustand der Beziehungen zwischen Russland und der EU könne nicht als zufriedenstellend betrachtet werden. Es wurde festgestellt, dass eine Rückkehr zu pragmatischer und respektvoller Zusammenarbeit im Interesse beider läge.
Es gibt einen alten Witz aus der Zeit des Kalten Krieges. Ein Autorennen zwischen einem sowjetischen Moskwitsch und einem US-Chevrolet.Das US-Auto gewinnt, und die sowjetische Presse berichtet triumphierend: „Das Rennen war ein völliges Fiasko für das US-Team, das als Vorletztes ins Ziel kam; während das sowjetische Team eine ehrenvolle Silbermedaille errang.“
Zur Klarheit bearbeitet.