Zahl der Woche: 57
Neue Enthüllungen niederländischer Ermittler haben Moskaus Bemühungen, eine Beteiligung am Abschuss des Malaysia-Airlines-Flugs MH17 zu leugnen, erheblich untergraben – einschließlich seiner anhaltenden Desinformationskampagne, die Wahrheit über die Tragödie zu vertuschen.
Bisher wurden 57 Fälle prorussischer Desinformation über Flug MH17 von EUvsDisinfo katalogisiert.
Eine der berüchtigtsten pro-kremlischen Desinformationsgeschichten handelte von „Carlos“, einem angeblichen spanischen Fluglotsen, der behauptete, zur Zeit der Tragödie am Flughafen Kyjiw gearbeitet zu haben, und der Ukraine die Schuld am Abschuss des Passagierflugzeugs gab.
Nachdem er Interviews bei RT und anderen pro-kremlischen Medien gegeben hatte, stellte sich „Carlos“ schließlich als ein verurteilter Straftäter heraus, der über die Tragödie gelogen hatte – gegen ein Honorar von 48.000 US-Dollar.
Andere Desinformationsnarrative behaupteten, das Flugzeug sei von von der Ukraine kontrolliertem Gebiet aus abgeschossen worden, ukrainische Geheimdienste hätten Beweise zerstört, um ihre angebliche Verantwortung zu vertuschen, und die niederländisch geführte Untersuchung habe das Wrack absichtlich manipuliert, um Russland die Schuld zuzuschieben.
Am 24. Mai kam das internationale Ermittlerteam zu dem Schluss, dass eine russische Rakete für den Abschuss von Flug MH17 verantwortlich war – das erste Mal, dass sie direkt auf Moskau zeigten.
Sie sagten, die Rakete sei von einer Raketen-Abschussrampe in Russlands 53. Flugabwehrbrigade.
Flug MH17 war von Amsterdam nach Kuala Lumpur unterwegs, als er am 17. Juli 2014 über von pro-russischen Separatisten in der Ostukraine kontrolliertem Gebiet von einer russischen Flugabwehrrakete des Typs „Buk“ getroffen wurde.
Alle 298 Menschen an Bord wurden getötet.
Am 25. Mai teilten die Niederlande Moskau mit, dass sie den russischen Staat rechtlich zur Verantwortung ziehen werden für die Tragödie.