Abbildung der Woche: 10
Die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien (FYROM) hat eine koordinierte Desinformationskampagne erlebt, die auf ihr Referendum zur Änderung des Landesnamens abzielte, und einige zeigen mit dem Finger in Richtung Moskau, aufgrund der Berichterstattung durch russische Staatsmedien.
Das Digital Forensic Research Lab prüfte Artikel, die von der kremlnahen Nachrichtenagentur Sputnik im Vorfeld des Referendums am 30. September veröffentlicht wurden, und stellte fest, dass deren Inhalte “ausschließlich einseitig, polarisierend oder irreführend” waren.
In einer Rede am 14. September beschuldigte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg Russland, Desinformation zu verbreiten, um die Bemühungen der FYROM zu schädigen, dem Bündnis beizutreten.
Drei Tage später, U.S.Verteidigungsminister Jim Mattis, der nach Skopje reiste, um Washingtons Unterstützung für das Referendum zu zeigen, warf Russland außerdem vor, „Einflusskampagnen“ zu finanzieren, um die Abstimmung zu untergraben.
Laut der Transatlantic Commission on Election Integrity – einem Thinktank, der vom ehemaligen NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen mitbegründet wurde – machten Twitter-Konten, die vor weniger als zwei Monaten erstellt wurden und zu einem Boykott der Abstimmung aufriefen, 10 Prozent der Diskussionen über das Referendum auf Twitter aus.
Eine Namensänderung würde den Balkanstaat auf einen Weg bringen, der zum Beitritt zur NATO und zur Europäischen Union führt.
Mehr als 90 Prozent unterstützten die Namensänderung in dem nicht bindenden Referendum, an dem etwa ein Drittel der Wähler teilnahm.
Die Abstimmung folgt auf eine anhaltende Online-Kampagne zum Boykott des Referendums, bei der Hunderte neu erstellter Websites die Bürger dazu aufriefen, zu Hause zu bleiben, und Facebook-Nutzer dazu aufgefordert wurden, ihre Stimmzettel zu verbrennen.
Zudem gab es eine Zunahme falscher Online-Berichte, die sowohl das Referendum als auch die Regierung ins Visier nahmen.
In einem Beispiel wurde ein Standbild aus dem Musikclip eines kroatischen Popstars als gefälschter Beweis für angebliche Polizeibrutalität gegen Frauen verwendet, die in FYROM gegen die Namensänderung protestierten.
Einige Websites versuchten, Spannungen mit der ethnisch-albanischen Minderheit im Land anzuheizen, das 2001 beinahe in einen Bürgerkrieg abgerutscht wäreals einige ethnisch-albanische Gruppen gegen die Behörden in Skopje aufbegehrten.
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