Abbildung der Woche: Kreml gegen die Realität 2:1
Es besteht ein ernstes Risiko, dass Russland die Informationskonfrontation gewinnt. Wie wir zuvor geschrieben haben, konzentriert sich der jüngste Versuch des Kremls, den Informationsraum mit irreführenden und bewusst falschen Geschichten zu fluten, auf den Fall des Nervengiftangriffs in der britischen Stadt Salisbury.
Und dieser Versuch erweist sich als äußerst erfolgreich. Wie das DFRLab des Atlantic Council festgestellt hat, schlagen Russlands Desinformationsgeschichten eine ehrliche und wahrheitssuchende Berichterstattung im Verhältnis zwei zu eins. „Zwischen dem 28. März und dem 4. April stammten zwei von drei Artikeln zum Skripal-Fall, die auf Facebook, Twitter, LinkedIn oder Pinterest geteilt wurden, aus kremlfinanzierten Medien“, schreibt Donara Barojan vom DFRLab.
Betrachtet man die beliebtesten Facebook-Posts, wirkt die Lage noch düsterer. Von den 18 beliebtesten Posts stammen 16 entweder von kreml-eigenen Accounts oder sie teilen pro-kremlische Desinformationsgeschichten.
Eine derart massive Offensive hat offensichtlich einen gewissen Einfluss auf die Wahrnehmung der Geschichte um Sergei Skripal gehabt.In Bulgarien zeigt eine Meinungsumfrage, dass 54% der Bulgaren der Ansicht sind, dass der Skripal-Fall eine Provokation gegen Russland ist, während 30% ihn als eine notwendige Mobilisierung des Westens gegen ein aggressiveres Russland sehen.
Und wie die Forscher zeigen, wurden die Desinformationsgeschichten von Personen und Organisationen mit einem bedeutenden Publikum in ganz Europa verbreitet und verstärkt.
Sie können die ganze Geschichte hier lesen.
Aktualisiert 15.9.2018 11.00: „Nervengasangriff“ in „Nervenkampfstoffangriff“ korrigiert.