Desinformation geht Hand in Hand mit Wahlwerbung
Daten, die nun aus der laufenden amerikanischen Untersuchung zu einer möglichen russischen Einflussnahme im Umfeld der Präsidentschaftswahlen hervorgehen, bestätigen, dass es einen russischen Versuch gab, über Facebook-Werbung das Wahlergebnis zu beeinflussen. Einige Informationen über diese meinungsbildende Operation wurden bereits in Artikeln veröffentlicht, die unter anderem von der Washington Post und CNN erschienen sind.
Anzeigen zielten auf Swing States
Neue von CNN veröffentlichte Informationen liefern nun zusätzliche Details und unterstreichen dass die russische Werbung einen geografischen Schwerpunkt in Michigan und Wisconsin hatte, anstatt die Vereinigten Staaten allgemein anzuvisieren. In beiden Bundesstaaten fiel das Rennen zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten am Ende sehr knapp aus, was in einem Sieg von Donald Trump mit weniger als 1% Vorsprung resultierte.
Fokussiert auf Ethnie, LGBT, Religion, Waffen
Werbung ist keine Nachrichtenberichterstattung, daher wäre es nicht zutreffend, die betreffende Facebook-Kampagne als „Fake News“ zu bezeichnen. Allerdings waren die Botschaften „anti-muslimische Botschaften fördernd“ und zudem „sie berührten Themen von LGBT-Angelegenheiten über Fragen der ethnischen Zugehörigkeit bis hin zu Einwanderung und Waffenrechten“.Wie wir bereits zuvor gesehen haben, ist Hate-Speech gegenüber bestimmten Gruppen von Menschen – seien es LGBT communities, Jews, migrants oder Ukrainians – ein fest etablierter Bestandteil des Instrumentariums in der pro-kremlischen Einflussmethodik. Zusammen mit der Sprache der Desinformation stehen diese Formen aggressiven Diskurses im Zentrum der Art und Weise, wie die pro-kremlische Kampagne Informationen und Medien, einschließlich sozialer Medien, nutzt, wenn sie die öffentliche Meinung sowohl innerhalb als auch außerhalb Russlands ins Visier nimmt.
Die pro-kremlische Kampagne ist erfolgreich
Diese jüngste Nachricht aus den Vereinigten Staaten greift zentrale Punkte aus unserem Kommentar: Mittel, Ziele und Folgen der pro-kremlischen Desinformationskampagne auf: Wir sind mit einer orchestrierten, pro-kremlischen Desinformationskampagne konfrontiert; sie ist eine nichtmilitärische Maßnahme zur Erreichung politischer Ziele; das Ziel ist es, zu schwächen, zu destabilisieren und zu beeinflussen; und es gibt viele Beispiele, die darauf hindeuten, dass sie erfolgreich ist.