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Ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Zensoren und Bürgern

the Kremlin has cast a tight net of censorship. over Russian citizens
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Russische Bürger finden es zunehmend schwierig, Zugang zu sachlichen Nachrichten zu erhalten. Nicht zuletzt wegen des Gesetzes „über die Verantwortung für Fakes über die russischen Streitkräfte“, das am 4. März vom russischen Parlament verabschiedet wurde. Das beispiellose Vorgehen gegen die Meinungsfreiheit, die Schließung mehrerer der letzten verbliebenen unabhängigen Medien und die Selbstzensur anderer, die Blockierung wichtiger sozialer Medien-Plattformen sowie die Einleitung strafrechtlicher Verfahren gegen Meta (Facebook, Instagram, WhatsApp), um es als „extremistische Organisation“ einzustufen, sind einige der direkten Folgen.

Auch die persönliche Freiheit der Russen, Meinungen zu äußern, die nicht mit der offiziellen Version der Ereignisse übereinstimmen, ist geschrumpft. Berichten zufolge verhaftet die russische Polizei Menschen, die leere Blätter Papier halten, kontrolliert private Mobiltelefone oder nimmt sogar ein rebellisches Fahrrad fest. Dennoch haben seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine Netizens, Hacktivisten und besorgte Bürger aus aller Welt Russlands robuste Propaganda- und Zensurmaschinerie in einem ständigen Katz-und-Maus-Spiel kreativ umgangen.

Nachrichten werden dunkel (Web)

Da unabhängige Redaktionen außerhalb Russlands umziehen, ermutigen Medien die Leser, über alternative Wege auf ihre Veröffentlichungen zuzugreifen.Viele Medien teilen Informationen darüber, wie man mithilfe eines VPN den Griff der Zensoren umgehen kann. Die Beliebtheit von VPN-Diensten in Russland ist explodiert, wuchs im vergangenen Monat um mehr als 1.000 Prozent. Andere sind sogar so weit gegangen, einzurichten eingerichtete Dark-Web-Versionen ihrer Websites aufzusetzen und fordern die Menschen dazu auf, den Tor-Browser herunterzuladen, der für den Zugriff auf diese Art von Seiten erforderlich ist. Außerdem bewerben einige Medien ihre E-Mail-Newsletter als Möglichkeit, die Zensur zu umgehen. Darüber hinaus sagte die BBC, sie nehme die Kurzwellenausstrahlung in die Ukraine und Teile Russlands wieder auf, damit Menschen ihre Programme mit einfacher Ausrüstung hören können.

Internationale Medienorganisationen mit Sitz außerhalb Russlands haben sich zusammengeschlossen, um ihre russischsprachigen Inhalte zu erstellen und aktiv zu verbreiten. Dazu gehören Videonachrichten, die vom finnischen Rundfunkunternehmen Novosti Yle und von Radio France Internationale aus Frankreich produziert werden. Inhalte der New York Times auf Russisch sind auch im Dark Web verfügbar.

Medien, die in Russland verblieben sind, arbeiten unter extremem Druck. Aus Solidarität mit der Nowaja Gaseta, die beschlossen hat, nicht mehr über Russlands Krieg gegen die Ukraine zu berichten, veröffentlichte die dänische Tageszeitung Politiken eine unzensierte Version des Berichts über Mykolajiw, die belagerte ukrainische Stadt, deren Einwohner sich trotz anhaltenden Beschusses weigern, sich den russischen Streitkräften zu ergeben.Die Autorin des Artikels ist eine russische unabhängige Journalistin, Elena Kostjutschenko, und der Bericht wurde von Nowaja Gaseta in Auftrag gegeben. Politiken veröffentlicht nun gemeinsam mit der schwedischen Dagens Nyheter und der finnischen Helsingin Sanomat russische Übersetzungen ihrer Berichterstattung über den russischen Krieg in der Ukraine.

Wir, die Menschen der Welt

Gemeinschaften auf der ganzen Welt beeilten sich, die Geschichte der Ukraine zu erzählen und die Zensur des Kremls zu umgehen. Viele haben auf die Bewertungsfunktion von Google Maps und Tripadvisor zurückgegriffen, um die Wahrheit über den Krieg hineinzuschmuggeln, doch diese Option wird von den Unternehmen gedrosselt. Andere einfallsreiche Internetnutzer haben ihre Tinder-Profile genutzt, um Informationen über Russlands Invasion in der Ukraine zu verbreiten.

Auch Hacktivisten sind sehr aktiv gewesen. Seit Beginn des Krieges hat die berüchtigte Gruppe Anonymous die russischen Streaming-Dienste Wink und Ivi, CCTV-Kameras sowie die Live-TV-Sender Russia 24, Channel One und Moscow 24 gehackt, um Kriegsaufnahmen aus der Ukraine zu senden.

Zuletzt hat das Kollektiv eine Website namens 1920.in gestartet, um Menschen außerhalb Russlands dabei zu helfen, sich per SMS, WhatsApp und E-Mail mit Menschen in Russland zu verbinden. Die Website ermöglicht es, Nachrichten über den Krieg in der Ukraine an zufällig ausgewählte Menschen in Russland zu senden.Bis zum 17. März haben mehr als 30 Millionen Nachrichten mit der Überschrift „Wir, die Menschen der Welt“ Menschen in Russland erreicht. Die Website war Ziel von Hackerangriffen, aber ein alternativer Dienst – pravdamail – wurde kürzlich von der estnischen Tech-Community eingerichtet.

Guerilla-Marketing

Diese Bemühungen werden durch professionelle PR-Agenturen ergänzt, die sich zusammengeschlossen haben, um die Informationsmauer zu umgehen. Sie nutzen Anzeigen auf beliebten Diensten wie Yandex, um echte Nachrichten über die Ukraine nach Russland einzuschleusen. Eine der Personen hinter der Bewegung verriet in einem Interview mit Al Jazeera, dass es seinem Team gelungen sei, mehrere Schlupflöcher im System zu finden, die es ermöglichen, jeden Tag Millionen von Anzeigen auszuspielen. Seine Anzeigen sollen Berichten zufolge 27 Milliarden Mal eingeblendet worden sein, und in den vergangenen Wochen wurde mehr als 64.000 Mal darauf geklickt.

Eine Kampagne namens Dad Believe verfolgt einen persönlicheren Ansatz bei der Weitergabe von Informationen. Die Macher der Kampagne ermutigen im Ausland lebende Russinnen und Russen, ihre Familien in Russland anzurufen und über den Krieg zu sprechen. Eine Anleitung, wie man mit Familienmitgliedern spricht, die über Jahre hinweg einer Gehirnwäsche unterzogen wurden, die auf der Website der Kampagne veröffentlicht wurde, kann hilfreich sein, um ruhig und sachlich zu bleiben.

Für diejenigen, die keine Verwandten in Russland haben, aber Russisch sprechen und helfen möchten, die Dinge richtigzustellen, gibt es eine weitere Kampagne namens #CallRussia.Die Experten hinter der Kampagne haben Listen mit Telefonnummern zusammengestellt, ein digitales Telefonnetz eingerichtet und eine Plattform programmiert, die diese Nummern freiwilligen Anrufern aus der ganzen Welt zuweist. Die Kampagne zielt darauf ab, 40 Millionen russische Bürger zu erreichen.

Russland heute

Berichte aus Russland über die Einstellungen der russischen Bevölkerung zum Krieg sind uneindeutig. Einerseits sehen wir vermeintliche öffentliche Unterstützung für den Krieg und das pro-kriegerische Z-Zeichen, das in allen Formen und Größen die Runde macht. Andererseits wurden in ganz Russland Tausende Menschen festgenommen, weil sie ihre Meinung sagten und gegen den Krieg des Kreml protestierten, während die drakonischen neuen Zensurmaßnahmen viele davon abhalten, ihren Widerstand gegen den Krieg zu äußern. Was auch immer die Wahrheit ist, eines ist sicher – der Kreml verwirrt uns alle bewusst und lenkt uns von der einfachen Tatsache ab, dass Russland einen groß angelegten Krieg gegen die Ukraine begonnen hat.

RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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