Rückblick auf fünf Jahre kremlfreundlicher Desinformation über MH17
Um den Umfang der kremlfreundlichen Desinformationskampagne zu MH17 zu veranschaulichen, haben wir die Entwicklung der Narrative von den unmittelbaren Folgen des Absturzes bis heute visualisiert.
Dieser Mittwoch, der 17. Juli, markierte den fünften Jahrestag des Abschusses von Malaysia-Airlines-Flug 17 und den Tod aller 298 Menschen an Bord.
Eine umfassende internationale Untersuchung – an der Australien, Belgien, die Niederlande, Malaysia und die Ukraine beteiligt sind – hat festgestellt, dass es eine Buk-Rakete der russischen Armee war, die das Passagierflugzeug über der Ostukraine abschoss. Konkret gehörte das Buk-Raketensystem zur 53. Flugabwehrraketenbrigade – einer Einheit der russischen Armee aus Kursk. Das System wurde illegal aus Russland in von russlandgestützten bewaffneten Formationen kontrolliertes Gebiet in der Ostukraine transportiert. Nach dem Abschuss des MH17-Flugzeugs wurde das System zurück in die Russische Föderation gebracht.
Am 19. Juni 2019 erhob das Gemeinsame Ermittlungsteam Anklage gegen vier Verdächtige wegen ihrer Rolle beim MH17-Angriff: drei aktive oder ehemalige Angehörige der russischen Spezialdienste und ein ukrainischer Staatsbürger, der eine separatistische Kampfeinheit in der Stadt Donezk anführte. Die Ermittler sagten, die Männer hätten „eine Kette gebildet, die die DNR mit der Russischen Föderation verbindet“, und über diese Verbindung schwere Ausrüstung aus Russland beschafft, um sie in der Ostukraine einzusetzen.Ihr Gerichtsverfahren wird im März 2020 in den Niederlanden beginnen.
Die Beweise für Russlands Rolle beim Abschuss von MH17 sind unwiderlegbar. Der niederländische Chefankläger selbst nahm dabei kein Blatt vor den Mund, indem er sagte „Wir haben jetzt den Beweis, dass Russland in diese Tragödie, dieses Verbrechen verwickelt war. Einen Tag nach dem 17. Juli [2014] waren sie in der Lage, uns genau zu sagen, was passiert ist. Sie wussten es. Der Buk wurde in der Ostukraine eingesetzt, und das wussten sie. Sie haben uns diese Information nicht gegeben.“
Von Anfang an ist der Kreml in seiner Leugnung der Verantwortung für die Tragödie schamlos gewesen und hat stattdessen behauptet, Opfer einer russophoben Hexenjagd zu sein. Als Reaktion auf die jüngste Ankündigung der JIT behauptete das russische Außenministerium erneut, dass „absolut haltlose Anschuldigungen gegen die russische Seite erhoben werden, die darauf abzielen, Russland in den Augen der internationalen Gemeinschaft zu diskreditieren.“
Begleitet von diesen offiziellen Leugnungen hat die pro-kremlische Desinformationsmaschine pflichtbewusst Verschwörungen und Verschleierungen gesponnen, um die Fakten rund um den MH17-Fall zu verwässern, so wie sie es auch mit der Krim und der Skripal-Vergiftung getan hat.
Um den Umfang der pro-kremlischen Desinformationskampagne zu MH17 zu veranschaulichen, zeichnet die untenstehende Infografik die Entwicklung der Narrative von den unmittelbaren Folgen des Absturzes bis zum heutigen Tag nach.Beginnend mit Behauptungen, dass MH17 bereits vor dem Abflug mit Leichen gefüllt gewesen sei und dass Putins persönliches Flugzeug in Wahrheit das eigentliche Ziel gewesen sei, entwickelte sich die Desinformationsstrategie vorhersehbar dahin, allen außer Russland die Schuld an der Tragödie zu geben, zu behaupten, die Wahrheit könne niemals bekannt werden (doch, das kann sie), und dass die JIT-Untersuchung von Anfang an gegen Russland manipuliert gewesen sei.
