Russen machen sich über RT-Interview mit den Salisbury-Verdächtigen lustig
Nicht nur internationale Kommentatoren reagierten mit Verblüffung und sogar einem gewissen Maß an Belustigung, als RT (Russia Today) sein Interview mit den beiden Russen ausstrahlte, die das Vereinigte Königreich verdächtigt, GRU-Agenten zu sein und den Nervengiftanschlag in Salisbury verübt zu haben.
Das russische Publikum selbst war vielleicht besser als die meisten anderen in der Lage, den Nebel der Unwahrheiten in RTs Interview zu durchschauen, das mehr Fragen aufwarf, als es Antworten lieferte.
Viele Russen vertrauen der Regierung in dieser Angelegenheit nicht und glauben, dass Russland hinter dem Anschlag steckte, wie wir in der Ausgabe der Disinformation Review der vergangenen Woche berichteten.
Nutzer sozialer Medien begannen sofort, Memes zu teilen, die die bizarre Sendung verspotteten. Im Folgenden haben wir einige der russischen Beispiele gesammelt und übersetzt.
Die Schadensbegrenzungsstrategie des Kremls hat höchstwahrscheinlich mit dem Spott gerechnet, den diese jüngste Entwicklung in dem grundsätzlich tragischen Fall hervorrufen würde. Die ganze Angelegenheit auf einen Witz zu reduzieren, könnte sogar das zentrale Ziel gewesen sein – als Mittel, um die Aufmerksamkeit des Publikums von der Schwere des begangenen Verbrechens abzulenken.
Dennoch ist das Interview ein Beispiel dafür, warum RT nicht als öffentlich-rechtlicher Sender oder auch nur als staatseigener nationaler Fernsehsender in dem Sinne angesehen werden kann, wie dies andernorts praktiziert wird.Es bestätigt die Rolle von RT als die eines unkomplizierten Propagandaorgans, das bereitwillig die Führung übernimmt bei der Verbreitung von Desinformation, wenn dies angefordert wird durch die russischen Behörden.
Dieses Video sagt alles, ganz ohne Übersetzung. Die Autoren unterlegten es mit einem populären russischen Lied aus den 1970er Jahren mit dem Titel „Natürlich glaube ich dir.“

Russische Staatsmedien kolportierten aktiv das Narrativ, dass die Salisbury-Verdächtigen in Wirklichkeit ein schwules Paar auf einem Touristenausflug gewesen seien, was als Versuch gesehen werden kann, den Spott weiter zu verstärken. Dies befeuerte Memes wie das obenstehende, auf dem steht: „Lass uns nach Salisbury fahren. Ich zeige dir den Kirchturm.“

Der weithin beliebte russische Karikaturist Sergey Elkin kommentierte mit diesem Bild beim russischen Dienst von REF/RL und zeigt links „das Backup-Team“ und rechts „den Täter“.

„Es war die athenische Polis selbst, die Sokrates vergiftet hat. Wollen die Athener, dass ein weiterer Peloponnesischer Krieg ausbricht? Wenn ja, werden sie ihn bekommen“, sagt der Interviewte links bei „Sparta Today“ TV.Sein Kollege fügt hinzu: „Wir wissen nichts über die Vergiftung des Sokrates. Mein Freund und ich sind einfach gewöhnliche Hopliten aus Sparta; wir waren in Athen, um den Parthenon zu sehen.“
