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Sputnik- und RT-Manipulation auf Arabisch: Al-Rukban als „Nazi-Lager“

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Bis zu 6,2 Millionen Syrerinnen und Syrer sind seit Beginn des Syrienkonflikts innerhalb Syriens aus ihren Häusern geflohen, und 5,6 Millionen waren gezwungen, Zuflucht zu suchen in den Nachbarländern. Von den 6,2 Millionen Flüchtlingen sind laut UN-Aufzeichnungen seit 2016 nur etwa 3 Prozent – 170.000 Menschen – nach Syrien zurückgekehrt.

Die Rückkehr syrischer Flüchtlinge und Vertriebener machte in den vergangenen Monaten in russischen Medien Schlagzeilen. Die Berichterstattung versucht, über die Faktoren zu spekulieren und diese zu rechtfertigen, die sowohl das niedrige Niveau als auch das abnehmende Tempo der Rückkehrbewegungen erklären sollen.

Zu den jüngsten Beispielen zählen die auffälligsten Berichte über das Al-Rukban-Lager im Südosten Syriens. Das Lager wurde 2014 in der entmilitarisierten Zone nahe der jordanischen Grenze eingerichtet, um innerhalb Syriens vertriebene Syrerinnen und Syrer aufzunehmen.

Koordinierte Desinformation über Sprachen hinweg

Während die humanitäre Lage und die Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner des Al-Rukban-Lagers als verheerend bekannt sind und das Lager von Assads Truppen ins Visier genommen wird, dämonisieren russische Medien in verschiedenen Sprachen weiterhin die Vereinigten Staaten für die Situation innerhalb des Lagers. Beispiele auf Englisch, Spanisch, Französisch und Russisch finden sich in der EUvsDisinfo-Datenbank hier.

Die arabischsprachige Berichterstattung folgt demselben Muster.So hat Sputnik beispielsweise die im Lager Al Rukban lebenden Familien als „seit Jahren von US-Truppen und bewaffneten Verbündeten festgehalten“ dargestellt und behauptet, die „Vereinigten Staaten“ wollten sie [im Lager] als menschliche Schutzschilde“ behalten.

In ähnlicher Weise griff RT die Worte von Generalmajor Viktor Kupchishin auf, dem Leiter des „Russischen Versöhnungszentrums für Syrien“, der erklärte, dass „die [angeblich] zunehmenden finanziellen Abgaben, die pro-US-Milizen jedem auferlegen, der das Lager verlassen will – bis zu 1.000 US-Dollar pro Person“ zu den Gründen für den Rückgang der Zahl vertriebener Syrer gehörten, die das Lager Al Rukban verlassen, um in das zurückzukehren, was von ihren Häusern noch übrig ist.

Doch der dämonisierende Ton der russischen Berichterstattung gegen die USA über das Lager Al Rukban endete nicht dort. Er erreichte einen historischen Höhepunkt, als Sputnik das Lager mit dem nationalsozialistischen Konzentrationslager Auschwitz verglich.Der Artikel behauptete, dass „gemäß den Aussagen der Menschen, die aus dem Lager Al Rukban geflohen sind, eine große Ähnlichkeit der Lebensbedingungen mit dem von Deutschland während der Besetzung Polens errichteten Konzentrationslager Auschwitz zu erkennen ist, bevor es 1945 von sowjetischen Soldaten befreit wurde“.

„Syrisches Auschwitz“

In einem solchen Kontext, in dem sich der von russischen Medien verwendete Wortschatz zur Beschreibung des Lagers Al Rukban von „einem Gefängnis, aus dem Menschen nur entkommen können, nachdem sie 1.500 US-Dollar an die von den USA unterstützten Fraktionen der ‚Revolutionary Commando‘ gezahlt haben“ zu dem „syrischen Auschwitz“ entwickelt hat, tritt Russland als der Einzige hervor, der versucht, das Leid der Lagerbewohner zu beenden, so die russischen Medien.

Es ist überflüssig, endlos auszuführen, wie sehr ein solches, Russland lobpreisendes Bild nicht die Realität vor Ort widerspiegelt. Unter den aus dem Feld hervorgehenden Aussagen, die überzeugend genug sind, um das von den russischen Medien gezeichnete Bild Russlands zu korrigieren, ist jene des Leiters einer in Amman ansässigen syrischen politikforschenden Gruppe, die Informationen aus zivilen und militärischen Quellen sammelt.Er hat erklärt, dass die „Bedingungen derzeit die schlimmsten in der Geschichte des Lagers sind, wobei das syrische Regime und sein russischer Verbündeter weiterhin eine Strategie des Aushungerns oder der Kapitulation umsetzen, um die Bewohner des Lagers zum Verlassen zu zwingen“.

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RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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