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Zahl der Woche: 100.000

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Die EUvsDisinfo-Datenbank enthält über 450 Beispiele pro-kremlischer Desinformationsbehauptungen in deutscher Sprache, die zwischen 2015 und 2021 gesammelt wurden. Unsere Analyse zeigt, dass die Artikel, in denen diese Desinformationsbehauptungen erschienen, in sozialen Medien mehr als 100.000 Mal (bis September 2021) gelikt, geteilt und kommentiert wurden.

 

Für unsere Analyse nahmen wir 448 Beispiele pro-kremlischer Desinformationsbehauptungen, die ausschließlich in deutscher Sprache erschienen (die Zahl der Beispiele von Desinformationsbehauptungen in der EUvsDisinfo-Datenbank, die sich in mehreren Sprachen auf Deutschland beziehen, ist fast doppelt so hoch – 848). Wir nutzten das Analysetool Buzzsumo, um zu sehen, wie weit sich diese Behauptungen in deutscher Sprache in sozialen Medien verbreitet haben.Buzzsumo lieferte Ergebnisse für 352 der Behauptungen, und zeigte, dass die Gesamtsumme der Interaktionen auf Plattformen wie Facebook, Twitter und Pinterest bei über 100.000 lag.

 

 

Die fünf Artikel mit den meisten Interaktionen, die Desinformationsbehauptungen enthalten, spiegeln einige der prominentesten Tropen pro-kremlischer Narrative über den Krieg in Syrien, die NATO und Militärübungen, die Herabwürdigung der belarussischen Opposition, die Migrationskrise und natürlich die Vergiftung von Alexei Nawalny wider.

 

Desinformation ist nur die Spitze des Eisbergs

 

Dies stellt jedoch nur die Spitze des Eisbergs der Präsenz pro-kremlischer Medien in Deutschland dar. Und das Problem geht weit über Desinformation hinaus, d. h. Behauptungen, die nachweislich falsch sind.

 

Laut dem German Marshall Fund hat Russland in Deutschland mit seinem staatlich unterstützten Medium RT Deutsch einen überproportionalen Einfluss. Unsere Analyse bestätigt das. Verglichen mit einigen der meistgelesenen Medien in Deutschland hat RT Deutsch eines der kleinsten Publika in den sozialen Medien (Facebook und Twitter); was ihm jedoch an Größe fehlt, wird durch Aktivität kompensiert.Die zusammengerechnete Anzahl der Facebook-Posts und Tweets der RT-Deutsch-Konten von Januar bis September 2021 wird nur von der Frankfurter Rundschau, einer deutschen Tageszeitung, übertroffen und liegt weit vor dem zweiten Kreml-Netzwerk in Deutschland, Sputnik (kürzlich umbenannt in SNA News).

Vom 1. Januar bis 2. September 2021

Unter Berücksichtigung der Anzahl der Interaktionen in sozialen Medien (Facebook und Twitter) wird RT nur von BILD Konkurrenz gemacht, die insgesamt 40 Prozent mehr Interaktionen als RT Deutsch erhielt, obwohl das Publikum von BILD auf Facebook fast fünfmal größer und auf Twitter 35-mal größer ist. Das Publikum von RT Deutsch interagiert somit deutlich aktiver mit den Inhalten von RT.

Vom 1. Januar bis 2. September 2021

Natürlich enthalten nicht alle diese Tausenden von Social-Media-Posts Desinformation.Aber wie vom German Marshall Fund beobachtet, „verbreitet oder erzeugt RT Deutsch Inhalte zu bestimmten Positionen bei kulturellen Themen, um sozio-politische Spaltungen zu verschärfen […] Es hat Kontroversen über das Coronavirus verstärkt, um die Glaubwürdigkeit der Regierung und staatlicher Institutionen zu untergraben.“

 

Mit anderen Worten: Es versucht, Spaltung zu säen und zu polarisieren.

 

Die Hyperaktivität des Publikums von RT Deutsch ist in dieser Hinsicht relevant. Inhalte, die mehr Interaktionen erhalten, verbreiten sich online sehr viel weiter. Die fünf Beiträge von RT Deutsch aus dem Jahr 2021 mit den meisten Interaktionen zeigen, dass besonders spaltende Überschriften am weitesten verbreitet werden – insbesondere in Bezug auf die Pandemie, Impfungen und innenpolitische Maßnahmen zur Eindämmung des Virus.

Januar bis September 2021, laut buzzsumo.com.Die Schlagzeilen lauten (von oben nach unten: „Medienbericht: Ab Herbst werden Impfpass und Tests auch beim Einkaufen im Supermarkt verpflichtend“; „Impfen bis der Arzt kommt: Paul-Ehrlich-Institut meldet Hunderte Todesfälle“; „Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte gibt grünes Licht für Impfpflicht“; „Bodensee: Dreizehn Pflegeheimbewohner sterben, elf davon nach Corona-Impfung“; „Berliner Richter reicht in Karlsruhe Verfassungsbeschwerde gegen die deutsche Pandemiepolitik ein“.

 

Das neue „Normal“

 

Im Nachgang der Europawahl 2019 beobachteten wir, dass pro-kremlnahe Desinformationsakteure, statt groß angelegte koordinierte ausländische Einflusskampagnen zu orchestrieren, vor allem spaltende, populistische und anti-establishment Einstellungen in Europa nährten. Dieser Trend scheint sich fortzusetzen und verwischt zunehmend die Grenzen zwischen Informationsmanipulation und authentischer öffentlicher Debatte.

 

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RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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