Zahl der Woche: 400 000
RTs Video über den Mueller-Bericht wurde über 400.000-mal auf YouTube empfohlen, berichtet die Washington Post.
Die Untersuchung von AlgoTransparency zeigt, dass der RT-Clip Zuschauern empfohlen wurde, die Videos von mindestens 236 YouTube-Kanälen ansahen, die zu großen Nachrichtenkonzernen, randständigen Websites sowie zu Kommentatoren aus dem gesamten politischen Spektrum gehören.
Der Clip selbst ist – im Einklang mit einer umfangreichen pro-kremlischen Desinformationskampagne rund um den Mueller-Bericht – äußerst kritisch gegenüber der Berichterstattung der amerikanischen Presse und bezeichnet Journalisten als „Russiagate-Verschwörungstheoretiker“. Er wurde bislang etwas mehr als 64.000-mal angesehen. Die Anzahl der Empfehlungen, die er erhielt, zeigt jedoch, dass RT es geschafft hat, den YouTube-Algorithmus zu instrumentalisieren, der Videos empfiehlt, von denen er vorhersagt, dass die Zuschauer sie sehen wollen. Dies könne laut Guillaume Chaslot, einem ehemaligen YouTube-Ingenieur und Gründer von AlgoTransparecy, zu einer schrittweisen und subtilen Aufwertung russischer Sichtweisen im Internet führen.
Der YouTube-Algorithmus nutzt tiefe neuronale Netze und maschinelles Lernen, um Zuschauer mit den Videos zusammenzubringen, die sie ansehen möchten – mit dem Ziel, dass Nutzer mehr Zeit auf der Plattform verbringen und so viele Werbeanzeigen wie möglich sehen.Mehr als 70 Prozent der auf YouTube verbrachten Zeit wird damit verbracht, das anzusehen, was der Algorithmus empfiehlt.
YouTube hat die Methodik, Daten und Ergebnisse von AlgoTransparency bestritten und erklärt, es habe die Resultate nicht reproduzieren können.
Die Ergebnisse von AlgoTransparency stammen aus dem täglichen Monitoring von 1000 beliebten YouTube-Kanälen. Laut dem Unternehmen dürfte die tatsächliche Zahl der Empfehlungen, die der RT-Clip von allen YouTube-Kanälen erhielt, deutlich höher sein.
RT bezeichnet sich selbst als das meistgesehene Nachrichten-Netzwerk auf YouTube und behauptet, rund 8 Milliarden Aufrufe zu haben. Allerdings ist bekannt, dass es seine Online-Zuschauerzahlen bereits zuvor manipuliert hat.
RTs beliebteste YouTube-Videos scheinen weit entfernt von (geo)politischen Themen: Zu den derzeit erfolgreichsten Clips gehören ein Obdachloser mit einer großartigen Stimme, ein Tsunami, ein Meteoritenabsturz und ein Erdbeben. Solche Inhalte dienen jedoch dazu, die Marke RT als ein konventionelles Nachrichtenmedium zu normalisieren sowie neue Zielgruppen mit lustigen und emotionalen Videos anzuködern. Dennoch sind die Kreml-Linien nie weit entfernt.Es ist eine „Versteck-und-Such“-Taktik, die wir bei den Social-Media-Ablegern von RT wiederholt gesehen haben: „InTheNow“, „ICYMI“ und „RedFish“.
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