Echos des Einflusses: Einblicke in Russlands FIMI-Aktivitäten in Afrika

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Afrika ist zunehmend zu einem geopolitischen Schlachtfeld geworden, und nirgendwo wird dies deutlicher als im Informationsraum. Aktuelle Erkenntnisse aus dem 3. EAD-Bericht über Bedrohungen durch ausländische Informationsmanipulation und Einflussnahme (FIMI) zeigen, dass insbesondere Russland seine FIMI-Operationen auf dem gesamten Kontinent erheblich ausgeweitet hat. Dabei verfolgt es eine langfristige, vielschichtige Strategie, die sich tief in die Informationslandschaft der Region einbettet.

Im Jahr 2022, nach der Aussetzung der staatlich kontrollierten Sender RT und Sputnik durch die EU, vollzog Russland eine strategische Neuausrichtung. Ohne Europa aus den Augen zu verlieren, verlagerte es seine manipulative Schlagkraft und passte seine Taktiken an, um seinen Einfluss in Afrika zu vertiefen, wobei es regionale politische Verschiebungen ausnutzte und sich als Gegengewicht zum Westen positionierte.

Russlands Strategie in Afrika

Im Gegensatz zu dem eher offensiven Vorgehen, das zuletzt etwa inder Republik Moldau zu beobachten war, vermischt Russland in Afrika offene mit verdeckten FIMI-Methoden und baut auf jahrelangen Aktivitäten auf, darunter auch Operationen, die zuvor mit der Wagner-Gruppe in Verbindung gebracht wurden. Die Strategie stützt sich auf ein integriertes Netzwerk aus staatlichen Medien, verdeckt betriebenen Plattformen, Diplomatenkanälen und, was entscheidend ist, lokalen Verstärkern.

Offene Operationen

Die russischen Staatskanäle agieren auf zwei Ebenen. Globale Medien wie TASS und RIA Novosti liefern die grundlegenden Narrative, während lokale Niederlassungen wie RT Africa und Sputnik Afrique die Inhalte für den Kontinent anpassen. Russische diplomatische Vertretungen, insbesondere Botschaften in wichtigen Ländern wie Kenia und Südafrika, dienen oft als Verstärker in der Endphase und verbreiten die offiziellen Positionen Russlands.

Verdeckte und staatsnahe Knotenpunkte

Wenn wir in die undurchsichtigeren Bereiche des Ökosystems eintauchen, stoßen wir auf scheinbar lokale Medienkanäle und Social-Media-Konten, die so gestaltet wurden, dass sie ihre Verbindungen zum Kreml verschleiern.

  • African Initiative: Diese „Medienagentur“ hat sich zu einem zentralen Knotenpunkt russischer FIMI-Aktivitäten in Afrika entwickelt. Sie trat in die Lücke, die nach dem Tod von Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin durch die mit Wagner verbundenen Medienoperationen entstanden war. Die African Initiative gibt sich als „unabhängige Presseagentur“ aus, wird jedoch in Wirklichkeit von Personen mit Verbindungen zu den russischen Geheimdiensten FSB und GRU betrieben und wurde daher von der EU sanktioniert. Sie agiert mehrsprachig und betreibt lokale Ableger in der Sahelzone (Burkina Faso, Mali und Niger), diese fungieren als zentrale „Informationsbrücke“ Russlands in der Region: Sie verstärken Kreml-Narrative und betreiben zusätzlich Offline-Aktivitäten wie Journalistenschulungen und andere Veranstaltungen, um ihre Präsenz zu festigen.
  • Portal Kombat: Dieses weit verzweigte Netzwerk von Webseiten, auch bekannt als das Prawda-Ökosystem oder Prawda-Netzwerk, nutzt automatisierte Replikationsstrategien, um Inhalte der African Initiative systematisch zu verstärken und weiterzuverbreiten. Sie richtet sich über zahlreiche Websites auf dem gesamten Kontinent (unter anderem in Algerien, Burkina Faso, Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik, Tschad, Ägypten, Nigeria, Senegal und vielen anderen Ländern) an bestimmte regionale Zielgruppen und überschwemmt die lokalen Informationsräume mit kremlfreundlichen Narrativen.
  • Die entscheidende Rolle lokaler Netzwerke: Der wohl heimtückischste Teil der russischen Strategie besteht in der Pflege und Nutzung lokaler Verstärker. Russland stützt sich stark auf ein weitreichendes Ökosystem scheinbar lokaler – jedoch oft unechter – Webseiten, Social-Media-Kanäle und Influencer. Diese Kanäle haben Berichten zufolge Zahlungen erhalten, verleihen den russischen Narrativen jedoch einen Anschein von lokaler Resonanz und Glaubwürdigkeit. Sie zeigen konsistente Muster der Synchronisation mit den Botschaften des Kremls und spielen eine entscheidende Rolle dabei, FIMI-Inhalte tief in regionalen Echokammern zu verankern und die Grenzen zwischen zugeschriebenen und nicht zugeschriebenen Quellen zu verwischen.

Russian FIMI architecture in Africa

Russische FIMI-Architektur in Afrika

Informationswäsche

Russland wendet in Afrika eine zweiseitige Informationswäsche-Technik an. Zentral produzierte Narrative werden über Netzwerke wie African Initiative und deren lokale Verstärker gezielt für afrikanische Zielgruppen gefiltert und angepasst. Gleichzeitig generiert die African Initiative Inhalte, die über Kanäle wie Sputnik Afrique in das internationale staatliche Medienökosystem Russlands zurückfließen und ihm so auf globaler Ebene künstliche Legitimität verleihen.

Online- und Offline-Integration

Über reine Online-Aktivitäten hinaus umfasst Russlands FIMI-Strategie in Afrika auch Offline-Techniken. Veranstaltungen, Demonstrationen und die Zusammenarbeit mit lokalen Verbänden (wie etwa der African Initiative Association in Burkina Faso) dienen dazu, Russlands strategische Position zu festigen und seine Narrative in mehreren Sprachen zu verbreiten.

Vertraute Narrative, lokal zugeschnittene Verbreitung

Die Narrative, die durch diese Manipulationsmaschinerie verbreitet werden, stimmen mit Russlands globaler antiwestlicher Rhetorik überein, sind jedoch gezielt für afrikanische Zielgruppen angepasst. Zentrale Themen sind:

  • Darstellung des Westens (insbesondere Frankreichs und der USA) als ausbeuterische neokoloniale Mächte, die für Instabilität verantwortlich seien.
  • Framing westlicher Politik in sozialen Fragen (z. B. LGBTIQ+-Rechte) als Versuche, lokale Traditionen und Werte zu untergraben.
  • Diskreditierung unabhängiger und westlicher Medien als Propagandainstrumente.
  • Positionierung Russlands als verlässlicher Partner, als Verteidiger afrikanischer Interessen und als Verbündeter im Kampf gegen den Terrorismus.
  • Betonung der starken Beziehungen zwischen Russland und Afrika und Behauptung einer breiten Unterstützung Afrikas für Russlands geopolitische Maßnahmen, einschließlich seines Krieges gegen die Ukraine (wobei die Ukraine oft in einem negativen Licht dargestellt wird).

Das langfristige Spiel

Russlands FIMI-Operationen in Afrika sind keine kurzfristigen Kampagnen, sondern ein fest verankerter, anpassungsfähiger und dauerhafter Bestandteil der Informationslandschaft. Durch die Bündelung staatlicher Ressourcen, verdeckter Operationen und lokaler Netzwerke will Russland die öffentliche Wahrnehmung verändern, den Einfluss des Westens untergraben und seine eigenen langfristigen geopolitischen Ziele auf dem Kontinent vorantreiben.

RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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