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Erzwungene Landung von FR4978: notwendig, gerechtfertigt und … von westlichen Geheimdiensten eingefädelt

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Sag es schnell: FR4978, FR4978, FR4978

Diese Woche schossen die Desinformationsnarrative bezüglich der erzwungenen Landung des Flugs FR4978 weiterhin in die Höhe.

Einige Narrative waren repetitiv. Laut pro-kremlnahen Medien bot Belarus dem Ryanair-Flugzeug an, auf dem Flughafen Minsk zu landen, nachdem es eine Bombendrohung gegeben habe. Die Bombendrohung wurde bereits vor zwei Wochen aus mehreren Gründen widerlegt. So ging etwa die E-Mail mit der angeblichen Drohung nach der Kontaktaufnahme der Fluglotsen in Minsk mit den Piloten ein und – schmerzhaft für Belarus – Hamas bestritt, sie gesendet zu haben.

Außerdem beobachteten wir, genau wie in den letzten Wochen, Behauptungen, der Ryanair-Fall zeige die Heuchelei des Westens. Eine ähnliche Beschwerde pro-kremlnaher Medien lautet, der Westen habe gegen die Festnahme von Pratasevich protestiert, der Vorfall sei jedoch ähnlich wie der mit Evo Morales. Anders als die belarussische Intrige, an der Kampfjets und Bombendrohungen beteiligt waren, wurde der Flug des bolivianischen Präsidenten durch Bürokratie zur Landung gezwungen: Europäische Staaten verweigerten ihm die Erlaubnis, in ihren Luftraum einzufliegen. Für weitere Widerlegungen: siehe diesen Fall.

Diese Woche brachte auch neue Theorien. Zum Beispiel die Behauptung, die Untersuchung der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation zum Ryanair-Flugvorfall sei fragwürdig wegen der Voreingenommenheit der UN.”””Neu ist auch die Idee, dass der Ryanair-Flugvorfall eine Provokation durch das UK sein könnte. Zu den Gründen, die diese Theorie stützen, gehörten einige bemerkenswerte: 1) FR4978 startete in Griechenland, und Griechenland liegt in der Einflusssphäre des britischen Geheimdienstes, 2) der Nexta-Telegram-Kanal, den Herr Pratasevich betrieb, befindet sich in Polen, und die polnischen Geheimdienste werden von den US-Geheimdiensten kontrolliert, die wiederum das UK als Satelliten nutzen, und 3) Ryanair ist ein irisches Unternehmen. Quod erat demonstrandum. Alles führt unwiderlegbar nach London.

Wie wir letzte Woche dargelegt haben, erinnern viele dieser Narrative an Desinformationskampagnen nach der Vergiftung und Verhaftung des russischen Oppositionspolitikers Alexei Navalny, als kremlnahe Medien begannen zu behaupten, dass dieser dreiste Akt der staatlich geförderten Piraterie in Wirklichkeit eine Provokation gegen Belarus gewesen sei und dass westliche Geheimdienste daran beteiligt gewesen seien.

Kremlnahe Medien wenden die Navalny-Methode auf Pratasevich an

Das Ziel, das Flugzeug zur Landung zu zwingen, war es, Raman Pratasevich festzunehmen. Ähnlich wie die Desinformationskampagnen, die den Oppositionspolitiker Alexei Navalny diffamierten, sind die empörenden Behauptungen in Bezug auf diesen belarussischen Journalisten.Nur einige Beispiele dieser Woche:

Der Westen benutzt Pratasewitsch als Waffe gegen Lukaschenka. Verschwörungstheorie. Ähnlich wie: Nawalny wird als Instrument gegen Russland benutzt. Sowohl Pratasewitsch als auch Nawalny werden instrumentalisiert.

Pratasewitsch übte das Schießen auf unbewaffnete Donbas-Zivilisten. Verleumdung. Ähnlich wie: Nawalny habe dazu aufgerufen, Tschetschenen wie Kakerlaken zu töten. Beide Narrative zielen darauf ab, die Glaubwürdigkeit von Pratasewitsch und Nawalny zu untergraben und ihnen Verbrechen zu unterstellen, die sie nie begangen haben.

Lukaschenka hatte das Recht, Pratasewitsch zu verhaften. Juristischer magischer Realismus. Ähnlich wie: Der EGMR bestätigte, dass Nawalnys Strafverfolgung nicht politisch motiviert gewesen sei. In beiden Narrativen wird juristische Argumentation aus dem Nichts herbeigezaubert.

Es ist der Westen, wer sonst?

Wenn es Turbulenzen in der Welt gibt, lautet die Standardreaktion der pro-kremlnahen Medien, westliche Mächte dafür verantwortlich zu machen – von Institutionen wie der EU und der NATO bis hin zu vageren Gebilden wie der „Globalen Elite“ oder den „Angelsachsen“.

So lautet beispielsweise eine Interpretation der erzwungenen Landung, die EU zeige ihre imperialen Gelüste, indem sie in Belarus zu einem Umsturz aufrufe.Wir haben ähnliche Behauptungen festgestellt, dass die EU versuche, sich Belarus zu kaufen, und dass die EU eine Gefahr für Frieden und Einheit auf dem europäischen Kontinent sei.

Nicht nur die EU hegt imperiale Wünsche. Einer Behauptung zufolge, auf die wir gestoßen sind, hat die NATO Vereinbarungen gebrochen mit Russland und verfolgt einen feindseligen Plan gegen Belarus. Mit dieser Behauptung verwandt ist die Darstellung, dass die Annäherung an die russische Grenze eine der groben Verletzungen der eigenen Verpflichtungen der NATO sei. In ähnlicher Weise behauptet ein anderes Narrativ, Russland reagiere auf provokatives Verhalten des Westens.

Aus einer Kalter-Krieg-Perspektive, zugleich nostalgisch und überholt, ist die treibende Kraft hinter dem Westen noch immer die USA. Zu dieser Perspektive passt die falsche Behauptung, auf die wir gestoßen sind, dass die USA die legitime Regierung in der Ukraine gestürzt hätten und dasselbe mit Russland, China und Ungarn vorhätten. Ähnlich ist die Behauptung, dass die USA Europa und die Ukraine kontrollieren und der Ukraine nicht erlauben, in Frieden mit Russland zu leben.

Zu Ukraine. Einer Behauptung zufolge wird dieses Land als Instrument genutzt, um gegen Russland zu kämpfen und die EU zu schwächen. Dabei wurde offenbar vergessen, dass Russland die Krim völkerrechtswidrig annektiert hat. Apropos Instrumentalisierung: Die gleiche Vergesslichkeit haben wir in einer Beschwerde über das Trikot der ukrainischen Fußballnationalmannschaft festgestellt.Auf ihrem Trikot sind die Umrisse abgebildet, einschließlich der Krim. In den Augen der pro-kremlischen Medien jedoch enthält es einen faschistischen Slogan. Es kann kein Zweifel daran bestehen, dass das Ukraine-Trikot korrekt ist; die Krim ist Ukraine und fast niemand erkennt sie als russisch an. Außerdem erkennt kein internationales Gremium das sogenannte Referendum auf der Krim an, das von pro-kremlischen Medien oft angeführt wird, weder die UN noch die EU.

Pro-kremlische Medien scheuen sich nicht, widersprüchliche Narrative zu verwenden: Es war das Richtige! Es war gerechtfertigt! Der Westen ist schuld!

RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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