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Im Zweifelsfall: Deutschland die Schuld geben

Drei farbige Kreise mit Schlagzeilen und roten
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Diese Woche stand Deutschland erneut wieder im Rampenlicht pro-kremlischer Desinformation. In tschechischen pro-kremlischen Medien gab es mehrere Berichte, die Deutschland beschuldigten, der Herrscher der Tschechischen Republik zu sein und das Land daran zu hindern, der Eurozone beizutreten, sowie Vorwürfe dahingehend, dass Deutschland die tschechischen Streitkräfte kontrolliere.

In einem litauischen Medium wurde ein deutscher Kommandeur des NATO-Bataillons der Enhanced Forward Presence in Litauen beschuldigt, ein russischer Agent zu sein, obwohl das Bild, das den falschen Vorwurf beweisen sollte, eine Fälschung war: Ein Bild des Kopfes des Kommandeurs wurde mithilfe von Photoshop auf ein anderes Bild montiert, wie hier und hier gezeigt.

In einem slowakischen Medium wurde verkündet , dass Angela Merkel zurücktritt – verwirrenderweise wurde die Aussage später im selben Artikel wieder zurückgezogen, ein Fall einer stark irreführenden Überschrift. Außerdem wurde Berlin beschuldigt , den europäischen Kontinent über Brüssel beherrschen zu wollen, wobei ein tschechisches Medium Parallelen zwischen den Brexit-Verhandlungen und dem Münchner Abkommen zog, das Deutschland 1938 erlaubte, einige tschechoslowakische Gebiete zu annektieren.

Europa ist jedermanns Feind

Doch nicht nur Deutschland war Ziel von Desinformation: Auch die Europäische Union, die Mitgliedstaaten und die EU-Institutionen bekamen diese Woche ihren Anteil an Vorwürfen.Wie schon im vergangenen Jahr, als nach den schrecklichen Terroranschlägen in Brüssel kremlfreundliche Medien Angela Merkel, den Westen, Europa beschuldigten – oder sogar behaupteten, die Anschläge seien inszeniert gewesen und hätten gar nicht stattgefunden; so

behauptete nach dem entsetzlichen Anschlag in London am 22. März auch ein kremlfreundliches Medium , dies sei von der „Brüsseler Elite“ orchestriert worden, um Theresa May davon abzuhalten, den Brexit auszulösen.

Unterdessen wurde behauptet, das Gebäude des Europäischen Parlaments in Straßburg sei vom Turm zu Babel inspiriert (obwohl es in Wirklichkeit von römischen Amphitheatern inspiriert wurde), und die EU wurde beschuldigt, ein „satanistisches Projekt“ zu sein, das angeblich durch ein Poster „bewiesen“ werde, das vom Europarat entworfen wurde.Diese bizarre Desinformation kursiert seit 2008 und erinnert uns an die Desinformation vom letzten Jahr, dass das neue NATO-Hauptquartiergebäude von Nazi-Symbolen inspiriert worden sei.

Im russischen Staatsfernsehen sahen wir erneut ein Beispiel für Geschichtsrevisionismus, bei dem behauptet wurde, dass ein vereintes Europa zu einem Krieg mit Russland führe wie während des Zweiten Weltkriegs und dass Europa den Krieg in der Ukraine begonnen habe – wobei historische Fakten wie etwa der Molotow-Ribbentrop-Pakt oder auch die jüngeren Fakten vor Ort ausgeblendet werden; Europa hat den Krieg in der Ukraine nicht begonnen und beteiligt sich nicht daran – im Gegensatz zu Russlands Aktivitäten.

Business as usual in der Ukraine

Die Ukraine wurde in der üblichen Weise in pro-kremlnahen Medien dargestellt: als ein Terrorstaat, der im Donbas Völkermord begeht und der plante, in der Ostukraine Konzentrationslager zu errichten.Ein etwas neuer Schwerpunkt bestand darin, Präsident Poroschenko als einen Diktator darzustellen, der keine legitime Macht hat, und zu behaupten, dass die EU zustimmt mit dieser Beschreibung, ihn aber trotzdem unterstützt – trotz der offensichtlichen Tatsache, dass Präsident Poroschenko 2014 von den Bürgern der Ukraine demokratisch gewählt wurde.

In der vorherigen Woche gemeldete Desinformationsfälle

RECHTLICHER HINWEIS

Bei den Fällen in der EUvsDisinfo-Datenbank geht es um Aussagen im internationalen Informationsraum, die als parteiische, verzerrte oder falsche Darstellung der Realität und als Verbreitung von kremlfreundlichen Kernbotschaften identifiziert wurden. Daraus folgt nicht zwangsläufig, dass die betroffenen Medien Verbindungen zum Kreml haben oder den Kreml redaktionell unterstützen oder dass sie absichtlich Desinformation verbreiten wollten. Die Veröffentlichungen von EUvsDisinfo stellen keine offizielle Position der EU dar, da die präsentierten Informationen und vertretenen Meinungen auf Medienberichten sowie Analysen der East StratCom Task Force basieren.

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