Sputnik-Srbija-Narrative schüren die Ost-West-Spaltung auf dem Westbalkan, so ein Bericht des NATO STRATCOM
Sputnik Srbija betont die Spaltung auf dem Westbalkan und stellt prowestliche Kräfte als „schwach“ und „korrupt“ dar, mit dem Ziel, ihre Nachbarn zu unterwerfen. Das ist eine der Schlussfolgerungen eines Berichts, der vom NATO Strategic Communications Centre of Excellence (NATO Stratcom CoE) veröffentlicht wurde. Er analysierte die Online-Version des kremlgestützten Mediums Sputnik in serbischer Sprache über einen Zeitraum von einem Jahr (das gesamte Jahr 2018).
Sputnik Srbija ist seit 2015 in Betrieb. Aufgrund der Sprachähnlichkeiten zwischen Bosnisch, Kroatisch, Montenegrinisch und Serbisch erreicht es auch ein Publikum in den anderen Ländern des Westbalkans. Das NATO Stratcom CoE konzentrierte sich auf eine Stichprobe von Artikeln, die sich auf acht Themen beziehen: die sechs Westbalkanländer (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien), die EU und die NATO, mit dem Ziel, die wichtigsten Narrative abzuleiten, die Sputnik Srbija zu diesen Themen verbreitete.
Sputnik Srbijas Berichterstattung verstärkt laut der Studie die Wahrnehmung einer Spaltung zwischen „prowestlichen“ und „proöstlichen“ Seiten auf dem Westbalkan. Die dem Westen nahestehenden Länder (Albanien, Nordmazedonien und Montenegro) wurden negativer dargestellt und häufig mit Kriminalität und Korruption in Verbindung gebracht.Sie wurden so dargestellt, als hätten sie ihre „Souveränität“ an den Westen verloren, sodass ihnen „wenig Macht“ und Autonomie bei der Entscheidungsfindung geblieben sei. Serbien wurde als mit Russland sympathisierend und daher als eine „Erfolgsgeschichte in der Region“ präsentiert.
Westbalkan als Schlachtfeld?
Das NATO Stratcom CoE beobachtete Sputnik Srbija-Artikel, die die Bestrebungen einiger Länder, der NATO oder der EU beizutreten, herunterspielten. Die Forschenden identifizierten 617 Artikel, die das Narrativ verbreiteten, die EU sei „hegemonial“. Gelegentlich konzentrierte sich die Berichterstattung auch auf Meinungsverschiedenheiten innerhalb der EU über die Erweiterungspolitik. 386 Artikel behaupteten, der Westbalkan stehe unter dem Einfluss der EU, und verwiesen als Beispiel auf die Beteiligung der EU am Referendum zur Namensänderung in Nordmazedonien. „Die EU ist nicht in der Lage, die Flüchtlingskrise zu bewältigen“, war ein Narrativ, das in 75 Sputnik-Artikeln vorangetrieben wurde.
360 Artikel stellten den Westbalkan als „Schlachtfeld“ der EU dar, wobei 189 Artikel die EU in Konkurrenz zu Russland erwähnten. Insbesondere Kosovo wurde als Spielwiese für eine Rivalität mit Russland präsentiert, während Russland als Unterstützer der Serben im Kosovo dargestellt wird – im Gegensatz zur EU, von der behauptet wird, sie stehe auf der Seite der Albaner im Kosovo.
Sputnik Srbija „verhält sich vermutlich wie ein professionelles Medienunternehmen“, so der Bericht.88 % der analysierten Artikel waren Nachrichtenberichte, und viele von ihnen berichteten neutral über die Fakten. Diese wurden gelegentlich mit falschen und übertriebenen Elementen kombiniert, aus dem Kontext gerissen, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Ein neutraler oder gegensätzlicher Ton (ein Drittel der Artikel) wechselte sich mit einem negativen Ton (65 % der analysierten Artikel) ab. Wie andere kremlfinanzierte Medien lösen die von Sputnik Srbija verbreiteten Narrative häufig Gefühle von Angst, Unbehagen und Unsicherheit aus.
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