Krim: Acht Jahre nach Russlands gewaltsamer, illegaler Annexion wird weiterhin verzweifelt nach Anerkennung gesucht
Acht Jahre nach der gewaltsamen und illegalen Annexion durch Russland ist die Krim weiterhin eines der Hauptziele pro-kremlischer Desinformation. Mehr als 840 Fälle in der EUvsDisinfo-Datenbank zeugen von fortlaufenden Bemühungen, den Kreml als „Retter“ der Krim darzustellen und die illegale Annexion zu rechtfertigen. Diese Desinformationsbeispiele sind über viele Länder und Sprachen hinweg verbreitet: 437 sind auf Russisch, 143 auf Arabisch, 79 auf Englisch, 42 auf Französisch und weitere in anderen Sprachen.
Die Europäische Union hat ihre Position bekräftigt, dass sie die illegale Annexion der Krimhalbinsel durch die Russische Föderation nicht anerkennt und auch nicht anerkennen wird. In diesem Kontext sind Desinformation und fortwährende Versuche, die Handlungen des Kremls, die gegen das Völkerrecht verstoßen, reinzuwaschen, der einzige Weg, um irgendeine Art von Zustimmung beim Publikum zu erlangen – sowohl im Inland als auch international.
Wir haben vier Arten der häufigsten Narrative analysiert, die seit 2014 das Informationsumfeld vergiften.Nicht überraschend hat Putin auch viele der nachstehend dargestellten toxischen Narrative genutzt, um den andauernden, unprovozierten militärischen Angriff gegen die Ukraine zu rechtfertigen (siehe auch hier und hier).
Der „Retter“: Russland hat die Krim vor Gefahr gerettet, und die Krim ist nun ein sicherer Zufluchtsort für alle
Seit der illegalen Annexion stellt Russland sich als „friedensstiftende“ Kraft dar, die darauf abziele, einen „Völkermord“ zu verhindern, den die Ukraine angeblich gegen den südöstlichen Teil des Landes entfesselt habe. Es behauptete außerdem, dass die Krimbewohner vor der Sklaverei gerettet worden seien.
Pro-Kreml-Medien versuchten zudem, ein positives Bild Russlands zu konstruieren, indem sie die Krim als einen freien Ort beschrieben, vorteilhaft für lokale Minderheiten, wohlhabend, ein äußerst beliebtes Touristenziel und ein sicherer Zufluchtsort für jeden Europäer, der „Zuflucht vor aggressiver Sexualerziehung“ suche.
Die „Demokratie“: Die Annexion folgte einem „demokratischen“ Referendum und ist weithin anerkannt
Dies ist eines der am häufigsten wiederholten Desinformationsnarrative über Russlands illegale Annexion der Krim. Die pro-kremlnahen Medien behaupten weiterhin, dass die Krim nach einem demokratischen Referendum „Teil Russlands“ geworden sei.Weitere Beispiele finden Sie hier, hier und hier.
Gleichzeitig gehen die geopolitischen Wahnvorstellungen des Kreml so weit, zu behaupten, dass die Krim als Teil Russlands anerkannt sei durch: die EU, die UN, Norwegen, Naftogaz der Ukraine, allgemein durch den Westen und sogar durch die NYT und Coca-Cola.
Das „Heimkommen“: Die Krim ist und war schon immer russisches Land
Unser Leser ist wahrscheinlich gut vertraut mit dem russischen Slogan „Krym – nash! Die Krim gehört uns!“, der von den russischen Behörden zur Feier der illegalen Annexion der ukrainischen Halbinsel verwendet wird. Er zielt darauf ab, einen angeblichen historischen Anspruch hervorzuheben und versucht, patriotische Gefühle beim lokalen Publikum zu verstärken, indem die Botschaft vermittelt wird, dass die Krim sich tatsächlich „mit ihrem Mutterland wiedervereinigt“ Russland habe.
Doch egal, wie kreativ der Kreml versucht, die Geschichte zu verdrehen, bleibt die Tatsache bestehen: Acht Jahre nach der gewaltsamen und illegalen Annexion ist die Krim nicht „nash“/„unsere“, kein Teil Russlands.Darauf zu bestehen, ist Desinformation, und das Wiederholen des Slogans macht ihn keinen Deut wahrer.
Das „Opfer“: Der Westen und Kyjiw schaden der Krim
Pro-Kreml-Desinformation stellt den Westen oft als das Böse dar. Im Kontext der Krim wurde der Westen zusammen mit den Behörden in Kyjiw verteufelt. Die Desinformationsmaschine hat den Westen beschuldigt, „den Willen des krimtatarischen Volkes zu beleidigen“ und die Wahrheit über die Krim zu verschleiern; die NATO – „Provokationen umzusetzen“, zu versuchen, die Schwarzmeerregion zu „destabilisieren“, und die „Übernahme der Krim“ vorzubereiten.
Andererseits werden die ukrainischen Behörden von russischen Staatsmedien entmenschlicht und für einen angeblichen „Wassergenozid“, das Blockieren der Stromversorgung und dafür verantwortlich gemacht, alles zu tun, um die Halbinsel „abzuschneiden“, sogar indem sie eine 120 Kilometer lange Wasserstraße bauen, um sie vom ukrainischen Festland zu trennen.
Doch trotz all dieser Desinformationsbemühungen, die Herzen und Köpfe der Menschen zu gewinnen und das Unglaubliche glaubhaft zu machen, ist die Wahrheit nur eine und einfach: Die Krim ist und bleibt Teil der Ukraine.
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